Äthiopische Juden haben es in Israel alles andere als leicht. Aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe sind sie im Alltag einer Menge von Anfeindungen und Diskriminierungen ausgesetzt. Zudem werden sie häufiger von der Polizei kontrolliert und dabei nicht immer freundlich behandelt. Wie nun der israelische Polizeichef Roni Alsheich laut einem Bericht der „Jerusalem Post“ erklärte, sei es für die Sicherheitsbehörden „selbstverständlich“, Einwanderer aus Äthiopien für verdächtiger als den restliche Bevölkerung zu halten“.

Als Begründung führte Alsheich bei einer Konferenz in Tel Aviv aus: „Überall auf der Welt ist bewiesen, dass Einwanderer häufiger als andere in Straftaten verwickelt sind. Jüngere Menschen begehen Verbrechen häufiger als andere. Wenn zwei Dinge zusammengehören, dann, dass eine bestimmte Gruppe öfter in Straftaten verwickelt ist.“ In diesem Zusammenhang sprach der israelische Polizeichef nicht nur die Araber an, sondern auch äthiopische Einwanderer.

Heftige Kritik an Alsheich kommt wenig überraschend vom Dachverband äthiopischer Einwanderer in Israel. Er fordert Sicherheitsminister Gilad Erdan auf, Alsheich wegen seiner Äußerungen zu entlassen: „Ein Mann wie er kann nicht eine so wichtige Einrichtungen befehligen.“ Kritik am Polizeichef kommt zudem auch von oppositionellen Abgeordneten der Knesset.

Gadi Yibarkan, der im vergangenen Jahr einer der Organisatoren der Proteste äthiopischer Juden war, meinte, es sei vom Polizeichef „nicht wirklich schlau gewesen zu sagen, dass Israel ein rassistisches Land wäre“. Und Yirbakan fügte hinzu: „Wir sind keine Arbeitsmigranten, sondern Juden, die nach 2.500 Jahren im Exil in ihr Land zurückkehrten.“

 

[Text: B. T.; Bild: Israeli Police Spokesperson Unit/wikimedia.org]