Es ist ja schon lange bekannt, dass der grüne Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen gottlos ist. Dann dürfte ihm sein Wahlkampfmanager gesagt haben, dass er auch christliche Wähler brauchen wird, wenn er am 4. Dezember die Stichwahl gewinnen will. Daraufhin ging er nach Maria Taferl auf Wallfahrt. Nun, in der gestrigen Fernsehdiskussion mit Norbert Hofer (FPÖ) gab er wieder zu, nicht an Gott zu glauben. Auf den Einwurf Hofers: „Sie glauben ja an keinen Gott, das ist natürlich Ihre Sache...“, offenbarte der Atheist: „Ich glaube an die Menschenrechte“. So banal dieses eigenartige „Glaubensbekenntnis“ Van der Bellens auch klingen mag, eine tiefer gehende Seite hat diese für Österreich und unsere christliche Tradition abstruse Aussage doch.

Wann immer die der politischen Korrektheit verschriebenen Politiker in Argumentationsnot geraten, berufen sie sich auf die Menschenrechte. Damit wird schlichtweg alles gerechtfertigt, was gegen Gesetze, Bräuche und unsere Lebensart spricht. Die katastrophalen Fehlentscheidungen in der ungeregelten Einwanderungsfrage der letzten beiden Jahre sind ein Beispiel dafür. Jeder, der einzuwenden wagte, dass es überwiegend illegale Wirtschaftsflüchtlinge wären, wurde von Van der Bellen & Co. mit der „Humanitätskeule“ und dem „Menschenrecht auf Asyl“ niedergeprügelt.

Dass der grüne Kandidat aber so weit gehen würde, „Menschenrechte“ zur Religion zu erheben, und diese dann gegen Gott aufzuwiegen, ist doch einigermaßen überraschend. Schließlich ist Österreich doch noch weitgehend dem christlichen Glauben verhaftet und auch die zugewanderten Moslems glauben an einen Gott. Und wenn auch ob der darniederliegenden katholischen Kirche die Gottesdienste an Sonntagen keineswegs überfüllt sind, so ist doch der überwiegende Teil der Wähler mit dem christlichen Brauchtum aufgewachsen. Sie sind kirchlich getauft, heiraten mit dem Segen Gottes und werden auch zumeist von einem Priester am Ende ihres irdischen Daseins zu Grabe geführt.

All dies ist für Van der Bellen offenbar nur mehr „ewiggestriger Unfug“ und lässt sich ersatzlos durch „political correctness“ ersetzen. Das mag man als seine persönliche Meinung respektieren, unbegreiflich sind aber jene Angehörigen der einst christlichen ÖVP, wie der EU-hörige Othmar Karas, der Hochgradfreimaurer Erhard Busek oder der einstige EU-Kommissar Franz Fischler, um nur einige zu nennen, die mithelfen, Gott in Österreich abzuschaffen. Ganz in diese Anbetung des goldenen Kalbs der „political correctness“ passend ist das Aufgeheule zu werten, als das Bekenntnis zu Gott in der Werbung Norbert Hofers auftauchte. Die evangelischen Bischöfe und Superintendenten und die Exponentin der katholischen Frauenbewegung haben sich bekanntlich an der Gelöbnisformel „So wahr mir Gott helfe“ auf den Wahlplakaten des freiheitlichen Kandidaten gerieben.

Sie übersahen dabei, dass es in Österreich durchaus Tradition ist, das der österreichische Bundespräsident die „Hilfe Gottes“ für seine Amtsführung erbittet. Auch wenn der Agnostiker Heinz Fischer dies bei seiner Angelobung verweigerte, gab es bei den anderen aus der sozialdemokratischen Partei kommenden Bundespräsidenten, allen voran Rudolf Kirchschläger, die Bitte an Gott, sie bei ihrer Amtsführung zu unterstützen, sehr wohl. Nicht zu reden von der Tradition unserer Habsburger-Monarchen, die sich bei jeder Gelegenheit ihrer politischen Entscheidungen auf die „Gnade Gottes“ beriefen, mit der sie regierten.

 

[Text: W. T.; Bild: Ailura/wikimedia.org]