Die illegale Masseneinwanderung nach Europa könnte nur das Vorspiel zu einer weitaus dramatischeren Entwicklung gewesen sein. So schrieb die italienische Zeitung „Il Giornale“, dass im August und September mit mindestens einer Million illegaler Einwanderer aus Kenia zu rechnen sei. Kürzlich gab die Regierung in Nairobi die baldige Schließung des Flüchtlingslagers Dadaab, wo rund 350.000 Somalier leben, bekannt. Zudem soll auch ein weiteres Flüchtlingslager in Kenia geschlossen werden. „Il Giornale“ warnt jedenfalls vor einem „Exodus biblischen Ausmaßes“ nach Europa.

Die italienische Zeitung verfällt dabei nicht in journalistische Effekthascherei. Vielmehr dürften immer mehr afrikanische Staaten dazu übergehen, ihr Flüchtlingsproblem nach Europa abzuschieben, wo in Ländern wie Deutschland eine staatlich verordnete „Willkommenskultur“ herrscht. Angela Merkels verantwortungsloser Satz „Wir schaffen das“ zeigt somit verheerendere Folgen, als man ursprünglich angenommen hatte. So kündigte der libysche Ministerpräsident an, man werde von der EU keine illegalen Einwanderer zurücknehmen.

Und neben den Millionen potentieller Wirtschafts- und Armutsmigranten leben in Afrika weitere Millionen Flüchtlinge, die von einem besseren Leben in Europa träumen. In Nigeria, wo die islamistischen Boko-Haram-Milizen im Norden des Landes die Bevölkerung terrorisieren, werden über 2,5 Millionen Flüchtlinge verzeichnet, im Kongo 1,5 Millionen und im Bürgerkriegsland Somalia leben eine Million Binnenflüchtlinge. Des Weiteren schwelen in Afrika zahlreiche weitere Konflikte, die jederzeit eine Flüchtlingswelle produzieren könnten.

 

[Text: B. T.; Bild: Irish Defence Forces/wikimedia.org]