„Ich werde ihm ein Angebot machen, das er unmöglich ablehnen kann“ – einer der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte. Möglicherweise wurden ähnliche Sätze innerhalb des italienischen Mitte-Rechts-Bündnisses im Hinblick auf die Cinque Stelle, also die Fünf-Sterne-Bewegung von Beppe Grillo, getätigt. Denn diese wurde mit 32,7 Prozent überraschend deutlich stärkste Einzelpartei bei den vergangenen Parlamentswahlen. Prognosen sahen zwar den ersten Platz unter den Parteien voraus, aber nicht über 30 Prozent.
Hingegen lagen die Demoskopen beim Mitte-Rechts-Bündnis richtig. 37 Prozent votierten für Berlusconis Allianz. Jedoch fand eine interessante Verschiebung innerhalb des Lagers statt. Matteo Salvinis Lega konnte die Forza Italia von Berlusconi überholen.Die ehemalige Lega Nord, welche sich unter der neuen Führung von Salvini darum bemüht, auch im Süden Stimmen zu holen, errang 17,4 Prozent. Die Forza Italia konnte 14 Prozent verbuchen. Die Frattelli d’Italia, die Brüder Italiens, 4,35 Prozent. Insgesamt hält das Bündnis nunmehr bei 260 Sitzen in der 630 Sitze zählenden Abgeordnetenkammer, dem Unterhaus des italienischen Parlaments. Die notwendige Mehrheit liegt bei 316 Sitzen. Für diese wird es wohl notwendig werden, mit der Fünf-Sterne-Bewegung in Verhandlungen zu treten, welche 221 Sitze gewonnen hat. Minderheitsregierungen sowie komplizierte Koalitionen sind in Italien schließlich nichts Aufsehen erregendes. Lediglich in Berlin, Paris und Brüssel pikiert man sich, vor allem, wenn die Rechte an der Macht ist.
Die Fünf-Sterne-Bewegung wird nun zum umworbenen Königsmacher. Ursprünglich war diese als reine Protestbewegung aufgebaut worden, wandelte sich jedoch Richtung Pragmatismus und schließt Kooperationen nicht mehr grundsätzlich aus. Ihre Vertreter betonen zwar, man sei weder rechts noch links, aber das kennen politische Beobachter auch schon von Jörg Haider und anderen Volkstribunen. Die Programmatik ist eindeutig Eurosowie Brüssel-kritisch. Also wird man sich mit Salvini und Berlusconi wohl einigen können.

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[Bild: Facebook/Matteo Salvini]