„Der Euro ist ein deutsches Gefängnis“, erklärte der nunmehrige italienische Europaminister Paolo Savona, an dessen Nominierung als Finanz- oder Wirtschaftsminister das Kabinett Conte beinahe gescheitert wäre. Savona hat Recht und zugleich Unrecht. Der Euro ist ein polit-ökonomisches Gefängnis geworden. Aber es ist kein deutsches Gefängnis. Es ist ein „ostdeutsches“ Gefängnis. Die Deutschen sitzen ebenfalls im Käfig und zwar nicht als Wärter, sondern als Mitinhaftierte.

Die ursprüngliche Idee einer gemeinsamen Währung, um die Kosten von internationalen Transaktionen einzudämmen und die Volkswirtschaften der Peripherien an jene des Zentrums sowie des Nordens heranzuführen ist gescheitert, um Angela Merkels Bonmot im anderen Zusammenhang zu erwähnen.

Rolf Dobelli beschreibt in seinem Buch „Die Kunst klugen Handelns“ eine nette Anekdote. Er besucht mit seiner Gattin das Kino. Der Film ist erbärmlich langweilig. Er steht auf und sagt: „Komm, gehen wir.“ Frau Dobelli entgegnet daraufhin: „Nein. Du hast Recht in Bezug auf den Film. Aber wir haben die Karten bezahlt.“ „Genau. Das Geld ist schon beim Teufel. Sollen wir jetzt auch noch wertvolle Lebenszeit sinnlos opfern.“

Der Schaden ist bereits angerichtet und keine Milliarden- oder Billionenhaftung bzw. -zahlung wird dieses gescheiterte System zum Funktionieren bringen. Aber wie sagte bereits der Schweizer Unternehmer und SVP-Stratege Christoph Blocher: „Merkel kann ihre ostdeutsche Herkunft nicht verleugnen.“

Dies führt zu einem weiteren Punkt in der aktuellen Debatte. Blocher meinte natürlich nicht die Bewohner Ostdeutschlands, welche 1989 großen Mut und Freiheitswillen bewiesen haben und diesen an der Wahlurne wieder beweisen. Ebenso wenig meinen Savona und Salvini die Deutschen, sondern ein sozialistisches Projekt zur „Vereinheitlichung“ Europas in Form von Einebnung des Individualismus und der Vielfalt. 

[Text: G.B.; Bild: Wikipedia/Quirinale.it; Lizenz:  Creative Commons Attribution 4.0 International]