George Soros hat eine neue Geldquelle gefunden. Medienberichten zufolge hat der Heuschrecken-Fonds des Spekulanten damit begonnen, ein Unternehmen namens Mighty Group zu finanzieren. Dieses hat sich darauf spezialisiert, Klägern bei Körperverletzungsklagen – etwa nach Auto- oder Arbeitsunfällen – als Gegenleistung für einen Vergleich Barvorschüsse zu gewähren. Im Durchschnitt gibt es 2.000 Dollar, etwa zur Bezahlung der Miete oder Arztrechnungen.

Wie der Wirtschaftsnachrichtendienst bloomberg.com berichtet, bündelt die Mighty Group die Bargeldvorschüsse. Das wiederum könnte die Tür zu einer weiteren bedenklichen Entwicklung öffnen: Dass künftig die Klagen zur Sicherheit verbrieft und dann an andere Investoren verkauft werden. Die Geschäftspolitik der Mighty Group wird auch in den USA, wo in Bezug auf das Geldverdienen andere moralische Maßstäbe angelegt werden als in Europa, kritisch gesehen. Adrian Chopin von der Finanzfirma Bench Walk Advisors weist darauf hin, dass solche man „solche Dinge noch nicht von den Kreditagenturen bewerten lassen kann“.

Mighty Group ist in den USA nicht unumstritten, da ihr die (weitere) Monetarisierung der Prozesskultur vorgeworfen wird. Insbesondere wird befürchtet, dass die Kosten für Vergleiche weiter in die Höhe getrieben werden, zumal der Kläger, wenn er verliert, nicht verpflichtet ist, das Geld zurückzuzahlen. Aber Soros stört das nicht. Er gehört zu den ersten Vermögensverwaltern, die in diese Nische des Marktes für Rechtsstreitigkeiten einsteigen. Chopin zufolge locken bei relativ geringem Risiko stabile und vorhersehbare Renditen von durchschnittlich 20 Prozent im Jahr.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia.org/Niccolò Caranti; Lizenz: Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported]