Es geht um Werte und um die Identitätsentwicklung von Jugendlichen. In den Botschaften der heimischen Politik hat man so einiges über Werte populistisch posaunt gehört und so manches in Schlagworten plakatiert gesehen. Synchron zur generellen Politikverdrossenheit schwindet gerade bei der Jugend der Respekt und das Interesse an der Politik. Das drückt sich nicht nur in der stetig sinkenden Wahlbeteiligung aus, interessant ist auch die Statistik der steigenden Anzahl von Jugendlichen, die sich extrem linken und rechten Randgruppen anschließen. In diesem Zusammenhang ist der Islam sicher keine Randgruppe, sondern eine der Weltreligionen, die sich in vielerlei Hinsicht im Weltgeschehen mehrdeutige Aufmerksamkeit verschafft. Der politisch angereicherte Islam baut sich als Bollwerk gegen Moral- und Sittenverfall der westlich geprägten Konsum- und Kapitalgesellschaft auf.

Das unreflektierte Setzen auf den ungezügelten Wirtschaftsliberalismus hat nicht nur die bisher erlebten Phasen der Finanzkrise über die Mitgliedstaaten der europäischen Union gebracht. Dazu kommt noch, dass im Wetteifern um die machtpolitische Weltherrschaft zwischen Russland und den USA mit so manchen gezinkten diplomatischen, aber vor allem kriegsstrategischen Karten gespielt wird.

In den Überlegungen der medienstrategischen Planer, die vorwiegend auf die Platzierung ihrer Botschaften in den klassischen Medien setzen, hat man übersehen, dass inzwischen gerade die Jugendlichen auf die selbst zu gestaltenden sozialen Medien setzen und großteils von diesen vernetzen Plattformen nicht nur ihre Meinung, sondern immer mehr ihre Wert- und Weltbilder beziehen.

 

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Bild: Robert Daly/flickr