Während zahlreiche Politiker die Interessen ihrer Fraktion in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stellen, zieht Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán Volksinteressen etwaigen Parteiinteressen vor. Sehr zum Leidwesen jenes hohen Herrn, der zuweilen einem guten Glas Wein nicht abgeneigt zu sein scheint: Jean-Claude Juncker – altgedienter Politiker und Präsident der Europäischen Kommission.

„Auch Sie haben ein Recht zu wissen, was Brüssel vorhat", heißt es auf einer Plakatserie der „Fidesz“-Partei, die die ungarischen Landsleute über die Hintergründe der Migrantenschwemme aufklären will. Sie zeigt Juncker gemeinsam mit dem Spekulanten George Soros, der Milliarden in die Projektentwicklung eines multikulturellen Einheitsstaates steckt.

Und tatsächlich hatte Juncker die Missachtung geltenden Rechts, etwa des Schengener Abkommens, toleriert, und niemals das Wort gegen den ungebremsten Asylantenzuzug erhoben und damit den Plänen jenes George Soros zugearbeitet, der etwa meint: „Orbáns Plan betrachtet den Schutz der Landesgrenzen als Ziel und die Flüchtlinge als Hindernis. Unser Plan hingegen betrachtet den Schutz der Flüchtlinge als Ziel und Landesgrenzen als Hindernis.“ Ein Vorhaben, dem Orbán als verantwortungsvoller Staatsmann naturgemäß Einhalt gebieten muss.

Juncker sagt weiter zu Orbáns Plakat, er hätte ein Gegenplakat in Entwurf, aber „gegen Lügen kann man eigentlich nicht vorgehen.“ Ah, da spricht wohl jemand aus Erfahrung. Wie sagte Juncker doch einst so treffend: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Zwar nicht sehr geschickt für einen Politiker, das Herz so offen auf der Zunge zu tragen, aber … in vino veritas.

[Text: A.L.; Bild: www.wikipedia.org/EU2017EE Estonian Presidency; Lizenz: CC BY 2.0]