Nachdem bekannt geworden war, dass Mitglieder und Mandatare der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft (AG) am Wiener Juridicum in Facebook- und Whatsapp-Gruppen – oft auf Englisch – antisemitische und den Nationalsozialismus verharmlosende Postings gemacht hatten, ist es zu den ersten Rücktritten gekommen. Merkwürdig sind nun die Ausreden mancher AG-Vertreter, die einerseits dabei gewesen sein wollen und andererseits doch nicht. So erklärte etwa Christoph Diensthuber, „Teil dieser Whatsapp- und Facebook-Gruppen" gewesen zu sein, jedoch keine Inhalte gepostet, gelikt oder geteilt zu haben.

Besondere Brisanz erhalten diese NS-Postings – so findet sich etwa über Bildern von Aschehäufen der Spruch „Leaked Anne Frank nudes“ – dadurch, dass neben Mitgliedern der AG auch Mitglieder der Jungen ÖVP in den betreffenden Facebook- und Whatsapp-Gruppen aktiv waren.

Der Skandal zeigt somit deutlich, dass es antisemitische Ausrutscher nicht nur am rechten Narrensaum der Freiheitlichen gibt, Sympathien für Judenhass und Nationalsozialismus also nicht – wie die Gegner der FPÖ behaupten – ein Problem ist, welches ausschließlich das Dritte Lage betrifft. Antisemitische Rülpser gibt es, wie nun in aller Klarheit deutlich wird, auch beim Narrensaum der ÖVP und wird es wohl auch beim Narrensaum der SPÖ geben.

 

[Text: A. M.; Bild: Gugerell/wikimedia.org]