Mittlerweile wird der eine oder andere bürgerliche Innenstadtbewohner bitter bereuen, bei der letzten Wien-Wahl nicht die ehemalige Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel in ihrem Amte bestätigt zu haben. Ein aktueller Vorstoß, wie ihn der ideenarme nunmehrige Bezirksvorsteher Markus Figl – ein Großneffe des seinerzeitigen Bundeskanzlers Leopold Figl – aufs Tapet bringt, hätte man sich unter Ursula Stenzel nicht träumen lassen!

So kann sich der Kommunalpolitiker vorstellen, die Fiaker, die zu Wien gehören wie der Stephansdoms, aus der Innenstadt zu verbannen. Grund dafür seien zu hohe Kosten. 700.000 Euro entstünden jährlich an Straßenschäden und man hätte nur knapp über 300.000 Euro zur Verfügung.

Merkwürdig. Für Asylanten, fragwürdige linke Vereine, Inseratenorgien in Boulevardmedien buttert die Stadt Millionen aus dem Fenster. Einer historisch-kulturelle Institution aber, die Touristenmassen anzieht und somit einen unzweifelhaften Mehrwert für die Stadt darstellt, will man unter Begründung fadenscheiniger Zahlen den Garaus machen.

Und so überlegt Figl, die 116 Platzkarten nach jeweils kleinen Verstößen einzuziehen und nicht mehr auszustellen. Dieser knausrige Unfug rief selbst die Wirtschaftskammer sogleich auf den Plan und ließ den zuständigen Fachgruppen-Obmann verkünden: „Fiaker gehören zu Wien wie Schnitzel oder der Stephansdom.“

Wenn wir also sparen wollen, müssen wir anderswo ansetzen. Beim Herrn Figl zum Beispiel.

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Gryffindor; Lizenz: CC BY 2.5]