Das Oberste Gericht Kanadas stellt Sodomisten einen weitgehenden Freibrief aus. Die sieben Richter des Höchstgerichts entschieden mit sechs zu einer Stimme zugunsten eines Mannes, der von einem Provinzgericht in British Columbia auch wegen Sodomie verurteilt wurde, weil er den Familienhund in den sexuellen Missbrauch seiner beiden Stieftöchter mit einbezog. Wegen des Missbrauchs der Stieftöchter, den er auch noch filmte, verbüßt der Perverse mittlerweile eine 16-jährige Freiheitsstrafe.

Merkwürdig ist die Begründung, warum die Verurteilung wegen Sodomie aufgehoben wurde. Diese setze angeblich voraus, dass es bei sexuellen Handlungen mit Tieren auch zur Penetration kommen müsse, befand das kanadische Höchstgericht, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Aber dazu war es im Fall dieses Kinderschänders nicht gekommen. Der Richter Thomas Cromwell schreibt, „jede Entscheidung, die Strafbarkeit für dieses Delikt auszuweiten, liegt in der ausschließlichen Kompetenz des Parlaments.“ Anderer Auffassung ist die Richterin Rosalie Silberman Abella, die als einige für den Tierschutz stimmte. Sie weist darauf hin, dass das betreffende Gesetz Sex mit Tieren grundsätzlich für illegal erklärt.

Scharfe Kritik an der Entscheidung des Obersten Gerichts kommt naturgemäß von Tierschützern. Camille Labchuk, Leiterin der Tierschutzorganisation Animal Justice, fordert das Parlament zu einer Gesetzesänderung auf, damit sexuelle Handlungen mit Tieren unzweifelhaft einen Straftatbestand darstellen. Denn der Weg von Sodomie zum Kindesmissbrauch sei oft nur ein kurzer, wie Labchuk betont: „Leute, die Tiere sexuell missbrauchen, missbrauchen manchmal auch Kinder sexuell, so wie es in diesem Fall geschehen ist. Das ist ein wirklich guter Grund, warum das Parlament handeln muss.“

 

[Text: B. T.; Bild: Emdx/wikimedia.org]