Nach dem „Super-Dienstag“, an dem in elf Bundesstaaten Vorwahlen stattfanden, sieht es gut aus für Hillary Clinton, im Juli auf dem Parteitag der Demokraten zur Präsidentschaftskandidatin gekürt zu werden. Die ehemalige US-Außenministerin liegt mit 544 Delegierten klar vor ihrem innerparteilichen Konkurrenten Bernard „Bernie“ Sanders, der bei den Vorwahlen bislang 349 Delegierte gewinnen konnte. Für die Nominierung sind zumindest 2.383 Delegierte notwendig. Auf Seite der Republikaner deutet alles darauf hin, dass der Milliardär und Bauunternehmer Donald Trump das Rennen machen wird.

Hillary Clinton ist nicht in Umfragen die Favoritin für die Nachfolge von Barack Obama, sondern vor allem die Kandidatin des Großkapitals und der Neokonservativen. Timothy Alexander Guzman, ein unabhängiger Journalist, weist darauf hin, dass sich unter Clintons Wahlkampfspendern die Finanzriesen Citigroup, Goldman Sachs und JP Morgan Chase befinden. Mit von der Partie sind auch der Spekulant George Soros sowie eine Reihe einflussreicher Persönlichkeiten aus dem zionistischen Lager, was Guzman zu folgender Aussage veranlasst: „In Washington D.C. bedeutet Geld Macht, und Hillary hat reichlich davon. 90 Prozent der Zuwendungen kommen von Unternehmen oder von Anwaltsfirmen, die für die wichtigsten Unternehmen tätig sind.“ Überhaupt könne Clinton auf die „Unterstützung mächtiger Menschen in Hollywood, von Banken, dem militärisch-industriellen Komplex, Frauenrechtsorganisationen, AIPAC (der US-amerikanischen Israel-Lobby-Organisation), Israel und multinationalen Konzernen zählen, um sie auf den Thron zu heben“.

Auch die wichtigsten Medien der USA legen sich mächtig für die Ehefrau des früheren Präsidenten William „Bill“ Clinton ins Zeug. Im Jänner war etwa in der „New York Times“ folgende Lobeshymne zu lesen: „Hillary Clinton wäre die erste von einer Volkspartei nominierte Kandidatin. Sie diente als Senatorin eines wichtigen Bundesstaates (New York) sowie als Außenministerin – zu erwähnen ist auch ihre Erfahrung auf nationaler Ebene als First Lady zusammen mit ihrem großartigen, aber auch fehlerbehafteten Ehemann, Präsident Bill Clinton.“ Und dann kommt eine Passage, die darauf schließen lässt, dass die USA unter einer Präsidentin Hillary Clinton noch mehr in eine aggressive und kriegslüsterne Außenpolitik verfallen werden: „Frau Clinton kann beim Einsatz militärischer Macht einen härteren Kurs vertreten als Obama, wie sich bei ihrer derzeitigen Forderung nach einer Flugverbotszone in Syrien und ihrer früheren Unterstützung für die Bewaffnung und Ausbildung syrischer Rebellen gezeigt hat.“

 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der Zur Zeit, entweder hier als E-Paper, oder ab Freitag in Ihrem Kiosk

 

[Bild: Gage Skidmore/Flickr]