Angesichts der Meinungsumfragen, die die Freiheitlichen bereits seit Monaten auf dem ersten Platz sehen, scheinen Bundeskanzler Christian Kern apokalyptische Ängste zu plagen. So behauptete der SPÖ-Vorsitzende gestern bei seiner Rede vor dem Landesparteirat der Tiroler Genossen, es gehe derzeit um eine „Auseinandersetzung zwischen den Kräften des Lichts und den Kräften der Finsternis“. Mit den „Kräften der Finsternis“ meint Kern die Freiheitlichen. Denn man dürfe „den Blauen nicht die Schlüssel zum Bundeskanzleramt oder zur Hofburg überlassen“.

Einmal mehr meinte Kern, die Freiheitlichen hätten keine Leistung und würden auch keine produzieren. Und der Bundeskanzler glaubt sogar zu wissen, dass nicht einmal die Wähler glauben würden, dass die FPÖ eine Leistung hätten. Offenbar will es Kern nicht wahrhaben, dass sich immer mehr Wähler den Freiheitlichen zuwenden. Und das aus gutem Grund: Agiert doch die SPÖ immer arroganter und abgehobener, ist fast ausschließlich auf die Sicherung ihrer Pfründe bedacht und will sich – da die Stammwähler in Richtung FPÖ abwandern – mit der Forcierung der Massenzuwanderung nach Österreich mittelfristig neue Wählerschichten erschließen.

Überdies scheint Kern auf den Spuren von George W. Bush zu wandeln. Bekanntlich teilte der frühere US-Präsident die Welt ebenfalls in „gut“ und „böse“ ein: Auf der einen Seite die Vereinigten Staaten mit ihren angeblich so hehren „Werten“, und auf der anderen Seite die „Schurkenstaaten“, die eine „Achse des Bösen“ bildeten.

 

[Text: B. T.; Bild: SPÖ/flickr.com]