Am 16. Oktober stellte der katalanische Kulturverein Omnium Cultural auf der Youtube online. Mit dem knapp dreieinhalb minütigen Streifen, der den Titel „Helft Katalonien, Rettet Europa“ trägt, soll außerhalb Spaniens um Sympathien für das Anliegen der katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter geworben werden. Eine junge Frau erklärt in englischer Sprache, dass die Katalanen friedlich für Demokratie und europäische Werte kämpfen. Kommentare zu diesem Video wurden deaktiviert.

Das allein wäre nichts Außergewöhnliches, wenn es nicht das im Februar 2014 ins Netz gestellte Video „Ich bin Ukrainerin“ gäbe. Darin stellt eine junge Frau mit dem Namen „Yulia“, die eine „Zeugin der Revolution“ sei, ihre Sicht der Dinge zu dem vom Westen geförderten Maidan-Putsch in Kiew dar. Und die Szenen in den beiden Videos gleichen sich auffällig: Die Geschehnisse in der Ukraine und in Katalonien werden jeweils von einer jüngeren, besorgt dreinblickenden Frau geschildert, die in einer Straße vor einem etwas verschwommenen Hintergrund steht.

In beiden Videos finden sich Szenen, die friedlich für Ihr Anliegen demonstrierende Katalanen bzw. Ukrainer zeigen. Als Kontrast werden Szenen eingeblendet, die das brutale Vorgehen der jeweiligen Sicherheitskräfte dokumentieren sollen. Damit soll im Falle Kataloniens suggeriert werden, dass Spanien eine Diktatur bzw. ein Polizeistaat sei. Und nicht fehlen dürfen auch Europa-Fahnen, die von Katalanen bzw. Ukrainern geschwenkt werden.

Im Katalonien-Video wird zudem erklärt, dass die Katalanen immer für soziale Rechte kämpften. Zu sehen ist dabei das Bild einer Demonstration, bei der Teilnehmer ein großes Transparent mit der Aufschrift „Refugees welcome“ halten. Kurz darauf heißt es, „Wir sind eine offene Gesellschaft“, und gezeigt wird ein Bild, auf dem eine kopftuchtragende Mohammedanerin sowie zwei Schwarzafrikanerinnen zu sehen sind. Es wäre also keine Überraschung, wenn sich herausstellen sollte, dass der Spekulant Soros seine Finger im Spiel hat.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot Youtube]