Die katalanische Regionalregierung setzt auf eine diplomatische Offensive. Demnach sollen im Ausland 50 Vertretungen eröffnet werden, um die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der Region, die die Unabhängigkeit von Spanien anstrebt, besser wahrnehmen zu können. „Die Absicht ist, dass wir in den kommenden Monaten und Jahren 50 Vertretungsbüros rund um die Welt eröffnen“, sagte Roger Albinyana, der stellvertretende Vizeaußenminister der katalanischen Regierung, dem Regionalsender TV3.

Albinyana zufolge werden die Vertretungsbüros für mehrere Länder zuständig sein. So soll sich die in Wien geplante „Botschaft“ auch um die Beziehungen Barcelonas mit der Slowakei, der Tschechei, Slowenien sowie Kroatien und Ungarn kümmern – die Parallelen zur einstigen Donaumonarchie sind unübersehbar. Hauptaufgabe der Auslandsbüros wird sein, katalanische Unternehmen zu unterstützen und eine Charmeoffensive für katalanische Sprache und Kultur durchzuführen. Eröffnet wurden bereits Auslandsbüros in Belgien, den USA, Großbritannien sowie der Bundesrepublik Deutschland.

Katalonien, die wohlhabende Region in Nordosten Spaniens mit eigener Sprache und Kultur, strebt seit Jahren nach Unabhängigkeit von Madrid. Die spanische Regierung beharrt hingegen auf der in der spanischen Verfassung festgeschriebenen „Unteilbarkeit“ des Landes. Am „Diada“, dem katalanischen Nationalverfeiertag am 11. September, versammeln sich daher in der Hauptstadt Barcelona bis zu zwei Millionen Katalanen, um ihrer Forderung nach „Independencia“ Ausdruck zu verleihen.

 

B. T.

 

 

(Bild: euobserver.com)