Angesichts der Massenzuwanderung möchte der bundesdeutsche Innenminister Thomas de Maiziere den sogenannten Familiennachzug für Syrer einschränken. Der Vorstoß des CDU-Politikers ist nicht nur in der schwarz-roten Bundesregierung umstritten, sondern veranlasste auch die katholische Kirche dazu, sich in die Politik einzumischen. „Kritisch sehen wir derzeit Pläne, die darauf abzielen, den Familiennachzug für eine bestimmte Gruppe von Schutzsuchenden einzuschränken“, sagte der Sonderbeauftragte der bundesdeutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße. Außerdem meinte Heße, Fragen von Flucht und Asyl berührten „die ethischen Grundsätze des Christentum“ und würden von der Kirche besonders aufmerksam begleitet.

45 Ordensobere haben indessen CSU-Vorsitzender Horst Seehofer gerichtet. Der bayerische Ministerpräsident fordert bekanntlich eine härtere Gangart in der Asylpolitik und ein Ende des „massenhaften Asylmissbrauchs“. In dem Schreiben „appellieren“ die zölibatär lebenden Ordensleute, die somit keinen Beitrag zur Erhaltung des deutschen Volkes leisten, an Seehofer „dringend von einer Rhetorik Abstand zu nehmen, die Geflüchtete in ein zwielichtiges Licht stellt“.

Außerdem wollen die Geistlichen, dass wieder mehr Wirtschafts- und Armutsmigranten vom Westbalkan nach Deutschland kommen. Denn in dem offenen Brief drängen sie Seehofer, sich dafür einzusetzen, dass die Entscheidung, Westbalkanstaaten als sogenannte sichere Herkunftsländer zu führen, wieder zurückgenommen wird. Weil der katholischen Kirche in der Bundesrepublik die Schäfchen davonlaufen – von 1991 bis 2014 sank die Zahl der Katholiken von 28,2 Millionen auf rund 24 Millionen – erhoffen sich linkskirchliche Kreise, ihre Herde durch Einwanderung zu vergrößern.

 

 

Text: B. T.
Bild: Darth malus/wikimedia.org