Heftige Kritik muss derzeit Sante Braggie einstecken. Der 57-jährige katholische Priester veranlasste, dass die wie jedes Jahr in der Adventzeit beim Eingang eines Friedhofes in der norditalienischen Stadt Cremona aufgestellte Weihnachtskrippe entfernt wurde. Als Begründung nannte der offenbar dem linken Zeitgeist und nicht der Verteidigung der christlich-abendländischen Kultur verpflichtete Geistliche, Mohammedaner könnten sich durch den Anblick der Weihnachtskrippe „beleidigt“ fühlen.

Die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ zitierte Braggie wie folgt: „Ein kleiner Teil des Friedhofes ist für mohammedanische Gräber reserviert. Eine Krippe, die in Sichtweite aufgestellt ist, könnte als ein Mangel an Respekt vor den Anhängern anderer Religionen angesehen werden, die Empfindsamkeit sowohl von Mohammedanern als auch von Indern und sogar von Atheisten verletzen.“

Anderer Meinung ist da unter anderem Braggies Vorgänger Oreste Mori, der von einer „unverzeihlichen Schwäche“ seines Nachfolgers spricht. Zudem weist Mori darauf hin, dass „wir unsere Kultur und Traditionen nicht aufgeben dürfen. Ich bin, zumindest vorläufig noch, in Italien und nicht in Saudi-Arabien.“ Auch die für Kultur zuständige Stadträtin Cristina Capellini übte scharfe Kritik, hofft aber, dass Braggie „seine Meinung ändert und sich bei der Gemeinde entschuldigt“.

In sozialen Medien machten viele „gewöhnliche“ Italiener ihren Ärger über den linkskatholischen Pfarrer Luft. Ein Nutzer warf Braggie eine „Unterwerfung der Religion“ vor, während ein anderer betonte, dass sich „Mohammedaner unseren Traditionen fügen sollten“. Gefordert wurde auch, Braggie zu exkommunizieren, weil er „keinen Respekt vor Weihnachten hat“.

 

[Text: B. T.; Bild: wikimedia.org]