Ab nächstem Schuljahr wird in der Schweizer Gemeinde Binningen Schweinefleisch von den Menüplänen in den Volksschulen verbannt. Denn die Firma, die ab August täglich zwischen 60 und 200 Mahlzeiten liefern soll, muss sich an zahlreiche Auflagen halten. Eine davon, wie aus der Ausschreibung vom 12. Mai zu entnehmen ist, lautet: „Kein Schweinefleisch.“

An der Verbannung des Schweinefleischs von den Mittagstischen der Schüler kommt heftige Kritik von der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP). Deren Vertreterin im Binninger Gemeinderat, Susanna Keller, sagte, wie die „Basellandschaftliche Zeitung“ berichtet, „wir sind empört“. Keller weist darauf hin, dass Schweinefleisch zum Schweizer Kulturgut gehört und sagt, man wolle den Kindern den „geliebten Klöpfer“, das ist eine in unserem Nachbarland beliebte Wurstspezialität, vorenthalten. Außerdem warnt die SVP-Politikerin davor, dass „bald weitere Forderungen gestellt werden“.

Die SVP vermutet hinter dem Schweinefleischverbot den Druck von Mohammedanern, was von einem Vertreter der rund 15.000 Einwohner zählenden Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft in Abrede gestellt wird. Tatsache ist aber, dass eine verschwindend kleine Minderheit für die Verbannung des Schweinefleisches sorgte. Denn in einer der Ausschreibung vorausgegangenen Befragung der Eltern sprachen sich gerade einmal fünf Prozent gegen das Schweinefleisch aus. Und der Ausländeranteil in Binningen liegt bei knapp über 20 Prozent.

 

[Text: B. T.; Bild: Schofför/wikimedia.org]