Während in Europa Politiker und Medien die von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreisesperre für Bürger aus sieben überwiegend islamischen Ländern scharf kritisierten, haben die Europäer eine andere Meinung. Denn eine von der britischen Denkfabrik Chatham House in zehn europäischen Ländern durchgeführte Umfrage kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Der Aussage „Jede weitere Einwanderung aus überwiegend moslemischen Ländern sollte gestoppt werden“ stimmten im Durchschnitt 55 Prozent zu. 25 Prozent wollten diese Aussage weder bejahen noch verneinen, und nur 20 Prozent lehnten sie ab. Insgesamt wurden mehr als 10.000 Europäer befragt.

Auch wenn die Ablehnung der Einwanderung von Land zu Land schwankt – in Polen sprechen sich 73 Prozent für einen Einwanderungsstopp für Mohammedaner aus, in Österreich 65 Prozent, hingegen nur 41 Prozent in Spanien – gibt es kein Land, in dem sich die Mehrheit für die Einwanderung von Moslems ausspricht.

Chatham House dürfte ein anderes Ergebnis der Umfrage erwartet haben, zumal man sich leicht enttäuscht und irritiert zeigt: „Unsere Ergebnisse sind verblüffend und ernüchternd. Sie lassen darauf schließen, dass die öffentliche Ablehnung einer jeden weiteren Einwanderung aus überwiegend islamischen Ländern auf keine Weise auf die Wählerschaft von Trump in den USA begrenzt sondern recht weitverbreitet ist“.

Natürlich hat Chatham House auch eine Erklärung parat, warum in einigen Ländern die weitere Einwanderung von Mohammedanern besonders abgelehnt wird. „Schuld“ daran seien erfolgreiche patriotische Parteien. Wörtlich heißt es: „Es ist auch anzumerken, dass in den meisten dieser Staaten (wo die Einwanderung von Moslems besonders stark ausgeprägt ist) die radikale Recht in verschiedenem Ausmaß als politische Kraft etabliert ist und versucht, diese Angst vor dem Islam an den Wahlurnen zu mobilisieren, entweder bei den Wahlen 2017 oder später.“

 

[Text: B. T.; Bild: Metropolico.org]