Um die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, die sich beide als Hegemonialmacht in der Golfregion betrachten, ist es schlecht bestellt. Nun kommt ein weiterer Streitpunkt hinzu: Teheran hat bis auf Weiteres alle Pilgerflüge zu den heiligen Stätten in Saudi-Arabien ausgesetzt, und zwar aus Protest gegen den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch zweier iranischer Jugendlicher durch saudische Beamte, wie der iranische Kulturminister Ali Jannati bekanntgab.

„Solange diese schuldigen Leute nicht vor Gericht gestellt und bestraft werden, wird die Umrah (Pilgerfahrt, Anm.) gestoppt und alle iranischen Flüge ausgesetzt werden“, sagte Jannati. Die beiden iranischen Burschen, 14 und 15 Jahre alt, beschuldigen Sicherheitskräfte am Flughafen Jiddah, nachdem sie von der Pilgerfahrt nach Mekka zurückgekehrt waren, des sexuellen Missbrauchs. Sie gaben an, von den übrigen Fluggästen für „Körperuntersuchungen“ getrennt worden zu sein.

Dies ist insofern problematisch, weil die saudischen Beamten männlich sind und im Iran wie auch in Saudi-Arabien Homosexualität mit dem Tod bestraft wird. Wegen dieser Angelegenheit ist es bereits vor der saudischen Botschaft in Teheran zu Massenprotesten gekommen.

 

B. T.

 

 

(Bild: Ali Mansuri/wikimedia.org)