Nachdem Katharina Stemberger auf Facebook stolz ihren antifaschistischen Protest gegen die „blau-braune-Führungsriege“ verkündet hat, wird die Kritik an der Provokation – gemeint ist das Abspielen der „Internationalen“ während der „Jedermann“-Vorstellung – immer lauter:

So übte „Jedermann“-Darsteller Cornelius Obonya Kritik an seiner Schauspielkollegin: „Diese Aktion der Musiker war spontan und weder mit dem Ensemble, oder mir persönlich abgesprochen. Ich finde diese Kundgebung extrem unglücklich gewählt. Würden wir in einer Diktatur leben, und das Theater wäre der letztmögliche Rückzugsort freier Meinungsäußerung, würde ich einer solchen Aktion zustimmen. Wir leben aber Gott sei Dank, in einer Demokratie.“ Fast könnte man meinen er nehme H.-C. Strache in Schutz und breche eine Lanze für den Politiker: „Jeder Politiker, oder gesellschaftlich exponierte Person, muss eine Theatervorstellung ohne jedwede politische Meinungsäußerung von der Bühne herunter, in welcher Form auch immer, besuchen können.“ Obonya weiter: „Nur sind weder die Vorstellung des“ Jedermann“, noch die Bühnen der Salzburger Festspiele in irgendeiner Weise der Ort, an dem dies zum Ausdruck kommen sollte.“

Aber auch der künstlerische Direktor der Salzburger Festspiele, Sven-Eric Bechtolf, steht nicht hinter Stemberger und dem „ensemble013“: „Private oder politische Meinungskundgebungen der Künstler haben in keiner der Vorstellungen der Salzburger Festspiele die Billigung der Festspielleitung und wir haben das Ensemble ausdrücklich darauf hingewiesen, dergleichen in Zukunft zu unterlassen.“

 

W-R. M.

 

 

 

 

 

(Bild: WJournalist / www.commons.wikimedia.org/wiki/File:Panoramafoto_Domplatz_Salzburg.jpg)