Die erste Runde der Präsidentenwahl in Frankreich hat keine Überraschung gebracht. Wie erwartet worden war, ziehen Emmanuel Macron (23,86 Prozent) und Marine Le Pen (21,43 Prozent) in die Stichwahl am 7. Mai ein. Und wie ebenfalls zu erwarten war, bringt sich das politische Establishment gegen die Vorsitzende des Front National in Stellung und unternimmt alles, damit der linksliberale Globalisierungs- und EU-Freund Macron in den Elysee-Palast einziehen kann. Wahlempfehlungen für das frühere Parteimitglied der Sozialisten gab unter anderem der gescheiterte Kandidat der Konservativen, Francois Fillon, ab.

Jene 6,8 Millionen Franzosen, die Marine Le Pen ihre Stimme haben, bedeuten das beste Abschneiden des Front National bei einer nationalen Wahl. Die Patriotin gab sich am Wahlabend optimistisch für die Stichwahl und sagte, „es ist Zeit, das französische Volk von den arroganten Eliten zu befreien, die ihm sein Verhalten vorschreiben wollen“.

Für die zweite Wahlrunde sagen Umfragen jedoch einen Sieg Macrons voraus. Dennoch könnte es aber ein knappes Rennen werden. Lag der Liebling des Establishments – die Parallelen zur letzten Bundespräsidentenwahl in Österreich sind nicht zu übersehen – vor Wochen noch mit rund zwei Drittel Zustimmung voran, gibt es nun Umfragen, die ein Ergebnis von 60:40 für Macron sehen. Hinzu kommen zwölf Prozent der Wähler, die unschlüssig sind oder sich nicht deklarieren wollen.

 

[Text: B. T.; Bild: Jérémy-Günther-Heinz Jähnick/wikimedia.org]