Jene, die der Versicherung der Koalitionsparteien, einen Neustart machen zu wollen, keinen Glauben geschenkt haben, werden wohl Recht behalten. Nicht nur in grundsätzlichen Dingen wie der Zuwanderung, der Mindestsicherung oder der Maschinensteuer gibt es harte Bandagen in der über die Medien ausgetragenen Auseinandersetzung, auch bei vergleichsweise unbedeutenden Themen fliegen bereits die Fetzen.

Innenminister Sobotka hatte angekündigt, für die Wiederholung der Stichwahl am 2. Oktober zwischen Norbert Hofer und Van der Bellen Wahlbeobachter der OSZE einzuladen. Der Regierungschef hatte daraufhin von einem Schaden für das Ansehen Österreichs gesprochen, sollte dies passieren.

Nun konterte der Innenminister in dem er sich „erschreckt“ zeigte von der Unkenntnis des Bundeskanzlers.

Wahlbeobachter einzuladen sei nämlich seit fast zehn Jahren gelebte Praxis in Österreich.

Es ist gewiss kein Beinbruch, wenn ein neuer Bundeskanzler die „gelebte Praxis“ bei vergangenen Wahlen nicht kennt. Für einen ÖBB-Insider sei dies für Kern aber symptomatisch: „Bei seinen Wortmeldungen geht es ihm in erster Linie um die Wirkung in der Öffentlichkeit, weniger um die sachlichen Hintergründe.“

 

[Text: W. T.; Bild: Michael Kranewitter, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0]