Als bekannt wurde, dass sich unsere Spitzenpolitiker durch eine Mauer um ihre Amtsräume vor Terroranschlägen schützen wollen, war die Verwunderung und die Aufregung groß.

„Es würde uns doch immer von der Regierung erzählt, es gäbe keine Gefahr von den Afrikanern und Asiaten, die seit 2015 in Scharen in unser Land geströmt sind. Und jetzt wollten gerade diejenigen sich schützen, die die Willkommenskultur von der Bevölkerung eingefordert hatten“, so ungefähr ist die Stimmung bei den Bürgern in Wien. Dazu kommt auch noch die architektonische Verschandlung des Ballhausplatzes.

Klar, dass die Regierungsspitzen in Wahlzeiten diese Aufregung um ihre Terrorängste nicht brauchen können. Kern schickte daher postwendend seinen Kanzleramtsminister Drozda vor, der erklärte, er und der Bundeskanzler hätten von der ganzen Aktion nichts gewusst.

Eine völlig absurde Behauptung, schließlich braucht man für eine derartige bauliche Maßnahme eine Reihe von behördlichen Genehmigungsverfahren in die die Betroffenen, also Bundeskanzler (SPÖ), Außenminister (Liste Kurz) und Bundespräsident (Grüne) eingebunden werden müssten. Davon wollen die Herrn heute nichts mehr wissen.

Es zeigt von der einzigartigen Geisteshaltung des Kanzleramtsminister, dass er der Bevölkerung auch noch weiß machen wollte, nicht einmal Innenminister Sobotka von der ÖVP, der für Sicherheitsfragen zuständig ist, hätte davon gewusst. Dieser widersprach auch umgehend und sprach von einer „Posse“. Selbstverständlich wäre das Kanzleramt eingebunden gewesen, genau wie die Stadtverwaltung von Wien.

Und überraschenderweise lieferte auch der ORF den Gegenbeweis. Er zeigte ein Video, in dem Bundeskanzler Kern, ähnlich wie bei der Pizza-Aktion höchstpersönlich den Arbeitern vorm Bundeskanzleramt eine Kiste Bier brachte.

Das war allerdings noch bevor in der Öffentlichkeit die Aufregung über die Mauer ausgebrochen war.

 

[Text: W. T.; Bild: SPÖ/Johannes Zinner]