Die Drohungen von Kim Jong-un gegen die USA sorgen regelmäßig für internationale Schlagzeilen. Tatsächlich aber ist der kommunistische Diktator Nordkoreas nicht viel mehr als ein nützlicher Idiot des Westens. Denn seine Drohgebärden bilden den willkommenen Vorwand, um eine weitere Aufrüstung gegen die US-Rivalen Russland und China zu rechtfertigen. Deutlich wurde das nun bei einem Besuch von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Südkorea und Japan. „Wir erkennen, dass auch Europa in die Reichweite der nordkoreanischen Raketen gelangt ist, und auch NATO-Mitglieder sind bereits in Gefahr“, sagte er der japanischen Zeitung „Shimbun“.

Auch wenn die diplomatischen Bemühungen zu einer friedlichen Lösung des Konflikts mit Pjöngjang gestärkt werden müssten, wies Stoltenberg darauf hin, dass „die NATO ihre Mitglieder vor der Gefahr von Raketen durch Abschreckung geschützt hat“. Zudem habe der Nordatlantikpakt „die Fähigkeiten und die Entschlossenheit auf jede Bedrohung und jeden Aggressor zu antworten“.

Im Jahr 2007 sah der damalige US-Präsident George W. Bush die europäischen NATO-Staaten durch die angeblich vom Iran ausgehende Gefahr bedroht und kündigte die Errichtung eines Raketenschutzschilds in Europa an. Russland kritisierte diesen Plan von Anfang an, weil es sich tatsächlich um den Versuch handelt, die nukleare Erstschlagkapazität Moskaus zu neutralisieren. Inzwischen nahm die NATO im Vorjahr in Deveselu in Rumänien eine Raketenabwehrbasis in Betrieb. Derzeit wird zudem in Polen ein weiterer Stützpunkt errichtet, der den Raketenschutzschild für Europa vervollständigen soll.

 

[Text: B. T.; Bild: User P388388/wikimedia.org]