Der von den USA geführte „Krieg gegen den Terror“ endet für Zivilisten oftmals tödlich. So untersucht die UNO einen Vorfall, bei dem am vergangenen Donnerstag 32 Zivilisten bei einem Einsatz der US-Luftwaffe im Norden Afghanistans getötet wurden. „Der Verlust ziviler Leben ist nicht hinnehmbar und untergräbt die Bemühungen, in Afghanistan Frieden und Stabilität zu schaffen“, sagte der Leiter der zivilen Unterstützungsmission der UNO in Afghanistan (UNAMA), Tadachimi Yamamoto.

Wie es aus Kreisen der US-Armee heißt, flog die Luftwaffe zur Unterstützung von Spezialkräften am Boden Angriffe gegen die Taliban. Afghanische Spezialkräfte und drei US-„Berater“ sollen in Buz Kandahari von den Taliban unter schweren Beschuss genommen worden sein, wobei drei afghanische Soldaten und zwei Amerikaner getötet wurden. Das US-Militär bestätigte, dass bei dem Luftwaffeneinsatz auch 32 Zivilisten ums Leben kamen. „Ich bedauere zutiefst den Verlust Unschuldiger, unabhängig von den Umständen“, sagte General John W. Nicholson, Kommandant der US-Streitkräfte in Afghanistan, in einer Erklärung. Zudem versprach das US-Militär eine Untersuchung des Zwischenfalls.

Eine andere Frage ist freilich, ob der Tod der 32 afghanischen Zivilisten Konsequenzen haben wird. So wies die russische Außenamtssprecherin Maria Scharapowa darauf hin, dass die Geschichte des nunmehr schon seit 15 Jahren dauernden Krieges der USA und der NATO in Afghanistan „voll von solchen Beispielen“ ist, in denen bei Luftangriffen Zivilisten getötet wurden. Und trotz zahlreicher Untersuchungen wurde nach keinem Zwischenfall ein Verantwortlicher vor Gericht gestellt. „Keiner trägt Verantwortung – weder auf persönlicher Ebene, noch auf staatlicher Ebene“, fügte Scharapowa hinzu.

 

[Text: B. T.; Bild: RAWA/wikimedia.org]