Mit einer ganzseitigen Anzeige in „An-Nahaer“, der auflagenstärksten Zeitung des Libanon, hat Ungarn eine Informationskampagne in dem nahöstlichen Land begonnen. Der Libanon hat rund vier Millionen Einwohner, hinzu kommen rund 1,1 Millionen Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien. In der Anzeige warnt die Regierung in Budapest in englischer und arabischer Sprache potentielle Einwanderer davor, illegal die ungarische Grenze zu überschreiten.

„Die Ungarn sind gastfreundlich“, heißt es darin, aber es werden „strengstmöglichen Maßnahmen gegen jene ergriffen, die versuchen, die ungarische Grenze illegal zu überqueren. Dabei wird darauf hingewiesen, dass der illegale Grenzübertritt nach ungarischem Recht eine Straftat ist, die mit Gefängnis bestraft werden kann. Zudem wird in der Zeitungsanzeige dazu aufgerufen, nicht auf Menschenschmuggler zu hören, weil „Ungarn illegalen Einwanderern nicht erlauben wird, sein Staatsgebiet zu überqueren“.

Indessen hat das ungarische Parlament zum besseren Grenzschutz eine Gesetzesänderung beschlossen. Demnach wird es dem Militär künftig erlaubt sein, an der Grenze Personen und Fahrzeuge anzuhalten und zu durchsuchen. Außerdem darf die Armee Schlagstöcke, Gummigeschosse und Fangnetze verwenden.

 

B. T.

 

 

(Bild: Screenshot Twitter Zeina Karam)