Finden Sie in den Fehler: „Für mich als Künstler ist es einfach wichtig,...“ Richtig: „Künstler“ – ersetzen wir diesen vielmissbrauchten Terminus besser durch „Schaumschläger“. Also: Der Schaumschläger und Tastenhengst Konstantin Wecker durchreist wieder mal das schöne Österreich anlässlich einer bevorstehenden Konzert-Tournee. Im Interview mit den „OÖ Nachrichten“ plauderte der in die Jahre gekommene Alt-68er aus seinem roten Nähkästchen. Wir bringen die Höhepunkte:

 „Wenn wir keinen Frieden auf der Welt, keine Gesellschaft ohne Gewalt und Herrschaft zusammenbringen, werden wir nicht mehr lange existieren.“ Aha, gut zu wissen. Eine Gesellschaft mit „Gewalt und Herrschaft“ wird also nicht mehr lange existieren.

Ganz schön viel Klassenkampf, dafür, dass der gute Herr Wecker sich „Künstler“ nennt. Inhaltlich allerdings weit gefehlt, denn Herrschaft ist Ordnung und Ordnung ist Voraussetzung jeder „existierenden“ Gesellschaft. Ohne Herrschaft keine Gerechtigkeit und erst Recht keine Gesetzlichkeit. Das wusste schon der alte Aristoteles, nur der gute Herr Wecker weiß es leider nicht. Wer soll denn die doch so wichtigen Sozialleistungen verteilen, wer soll die Steuern von den bösen Reichen, von Ihnen, Herr Wecker, einheben, wenn nicht das Gewaltmonopol des Staates?

Weiters moniert er: „Wir leben definitiv in einer auf Leistung ausgelegten Gesellschaft.“ Wie furchtbar! Aber wer soll dann die armen „Flüchtlinge“ versorgen, wenn nicht jene, die es sich aufgrund einer erbrachten Leistung „leisten“ können? Wer soll Afrika, die Welt und die Griechen retten, wenn nicht jene Staaten, die eine positive Leistungsbilanz aufweisen?

Und dann: „Wenn man zum Beispiel liest, was in Europa zum Thema Flüchtlingspolitik beschlossen wird: Das ist erschreckend. Es ist so, als wäre die Menschlichkeit gar kein Thema mehr. Aber das war sie noch – in den 70ern, 80ern.“ Stimmt. Als Europa noch nicht vom militanten Islam unterwandert war und grad die ersten Frauen straffrei abgetrieben haben, da war die Welt noch in Ordnung. Da gab’s sie noch, die Menschlichkeit. Doch weiter im Text: „Man läuft geschlossen den Dumpfbacken hinterher.“ Also alle Konzerte ausverkauft – alle Achtung, Herr Wecker!

Beendet wurde das Gespräch sodann mit einer beachtenswerten Anekdote: „Mir hat neulich ein Mann geschrieben, dass er jetzt 61 Jahre alt sei und die Welt nun mal so lasse, wie sie ist. Er könne eh nichts mehr ändern, aber nachdem er mich gehört hat, habe er wieder das Gefühl, doch noch etwas tun zu können.“ Na also! Othmar Karas kandidiert doch für’s EU-Parlament! Wenigstens eine Neuigkeit. Aber selbst auf die könnte man eigentlich verzichten…

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia.org/Monster4711; Lizenz: CC0 1.0]