Die Dschihadisten vom sogenannten Islamischen Staat (IS) haben in den von ihnen kontrollierten Gebieten in Syrien und im Irak eine Terrorherrschaft errichtet. Selbst kleinste Vergehen können einem im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf kosten, wie der Fall Ayham Hussein zeigt. Der erst 15-jährige Jugendliche wurde, wie die kurdische Nachrichtenagentur ARA News berichtet, von einer IS-Patrouille erwischt, als er im Gemüseladen seines Großvaters in der Stadt Mossul Popmusik hörte. „Er wurde vor ein Scharia-Gericht gebracht, welches entschied, ihn hinzurichten“, heißt es in der Meldung. Der Jugendliche wurde dann öffentlich geköpft.

Dieses Verbrechen der Dschihadisten führte zu großem Unmut unter der Bevölkerung Mossuls. Denn das Scharia-Gericht hat, wie eine lokale Quelle ARA News sagte, „keine formale Entscheidung getroffen, welche das Hören westlicher Musik verbietet“. Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak, war im Juli 2014 in die Hände des IS gefallen.

Vergangene Woche machten die IS-Mörder kurzen Prozess mit zwei Männern im Alter von 22 und 25 Jahren. Ihr „Verbrechen“: Sie hatten nicht an einem Gebet in der Hauptmoschee von Mossul teilgenommen, was als „Abfall vom Glauben“ angesehen wird. „Beide wurden vor der Aischa-Moschee im Osten Mossuls erschossen“, sagte der lokale Aktivist Abdullah al-Malla ARA News. „Die Hinrichtung fand statt, nachdem ein Mitglied des Scharia-Gerichts eine Erklärung vorlas und schwor, dass jedem, der ein Gebet auslässt, dieselbe Bestrafung droht“, fügte er hinzu.

 

[Text: B. T.; Bild: Islamic State (IS)/wikimedia.org]