Korruption im Wiener Wahlkampf

 

Wer die sogenannte „Elefantenrunde“ der Spitzenkandidaten im Wiener Wahlkampf gesehen hat, dem ist in der Diskussionsleitung durch Paul Tesarek vom ORF Wien und Corinna Milborn von Puls4 gewiss die Unkoordiniertheit aufgefallen, die immer wieder für Konfusion und Durcheinanderreden gesorgt hat. Den Gipfel leistete sich aber Tesarek, als er Häupl zu schützen versuchte, als die Neos-Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger diesen mit massiven Korruptionsvorwürfen konfrontieren wollte. Tesarek redete einfach über ihre Wortmeldung drüber und wechselte das Thema.

Wie brisant dieses Thema aber in Wien ist, wo seit 70 Jahren nur die SPÖ das Sagen hat, setzte Ex- Justizminister Böhmdorfer in der anschließenden Puls 4-Diskussionsrunde auseinander. Die Verfilzung der herrschenden SPÖ mit Stadt Wien-Betrieben sei unerträglich und gehöre endlich aufgebrochen.

Tatsächlich stolpern wir gerade jetzt im Wahlkampf täglich über offene, oder verdeckte Wahlpropaganda für die SPÖ und gegen die FPÖ.

So bezeichnet der FPÖ-Abgeordnete Dietbert Kowarik in einer Aussendung von heute, die Wiener Linien als „Propagandamaschinerie gegen die FPÖ“ So fordert der Chefredakteur des VOR-Magazins, das in allen Garnituren der U-Bahn und Straßenbahnen aufliegt in seinem Vorwort ganz ungeniert die Benutzer der Wiener Linien auf, bei der Wien-Wahl keinesfalls die FPÖ zu wählen. Eine Ungeheuerlichkeit, schließlich sind die Wiener Linien mit Steuergeldern subventioniert. Das Magazin wird darüber hinaus von dem sattsam bekannten, einst dem SPÖ Verband der Wiener Arbeiterheime gehörenden „Echo-Medienhaus“ herausgegeben.

Es ist wohl müßig zu erwähnen, dass in dem VOR-Magazin eine Reihe von Betrieben der Stadt Wien Werbeanzeigen schalten und, dass SPÖ-Granden wie Ex-Minister Karl Blecha eine Kolumne schreiben oder der ehemalige Faymann-Sprecher Thomas Landgraf Geschäftsführer und Chefredakteur ist.

Dies ist nur ein Beispiel für den Filz, den Meinl-Reisinger in ihrer Wortmeldung über Korruption anprangern wollte, von dem fragwürdigen Diskussionsleiter Tesarek aber daran gehindert wurde.

Strache brachte es noch während der Diskussion auf den Punkt: „Man weiß ja wie man in Wien Chefredakteur beim ORF wird.“

 

Text: W. T.
Bild: GüntherZ/wikimedia.org