Nach dem verheerenden Terroranschlag in Ankara auf eine kurdische Friedenskundgebung, die 97 Tote gefordert hatte, warnt nun der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, vor gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken auf deutschem Boden. „Als Erdogan Staatspräsident wurde, hat diese Polarisierung in Deutschland angefangen“, sagte er der „Berliner Zeitung“.

Und Sofuoglu weiter: „So bald in der Türkei etwas passiert, gehen die Leute auf die Straße. Und so wie die Stimmung jetzt gerade in der Türkei ist, befürchte ich eine weitere Eskalation auch hier.“ Zudem beobachte er, dass in den sozialen Medien sehr schnell von allen Seiten zu nicht genehmigten Demonstrationen aufgerufen werde, und dass sich sowohl auf türkischer als auch auf kurdischer Seite verschiedene Gruppierungen entwickelten. Problematisch seien in der Bundesrepublik auf türkischer Seite insbesondere die sogenannten Osmanen, die das Türkentum auch mit Gewalt verteidigen wollen, und auf kurdischer Seite die Anhänger des inhaftierten Führers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan.

Darüber hinaus scheint der Vorsitzende der türkischen Gemeinde im Gegensatz zum medialen und politischen Establishment in ungezügelter Massenzuwanderung und falsch verstandener Toleranz keine „multikulturelle Bereicherung“, sondern eine ernsthafte Bedrohung von Ordnung und Sicherheit zu sehen. Denn Sofuoglu zur „Berliner Zeitung“: „Wie sagt man in Deutschland? Wehret den Anfängen.“

 
Text: B. T.
Bild: tgd.de