Geht es nach US-Präsident Donald Trump, wird mit Gina Haspel erstmals eine Frau an der Spitze des Auslandsgeheimdienstes CIA stehen. Dennoch brandet bei den Emanzen wegen der Nominierung Haspels kein Jubel auf. Das liegt daran, dass gegen die künftige CIA-Direktorin, die noch vom Senat bestätigt werden muss, Foltervorwürfe erhoben werden. Demnach leitete Haspel im Jahr 2002 ein geheimes CIA-Gefängnis in Thailand, nahe der Hauptstadt Bangkok.

In dem Geheimgefängnis wurden zwei Terrorverdächtige gefoltert, und die Verhöre wurden von Haspel, die von Medien mitunter als „Patentante der Folter“ bezeichnet wird, unterzeichnet. Einer der Gefolterten, Abu Subaida, dem vorgeworfen wurde, in Afghanistan ein Ausbildungslager für islamistische Kämpfer unterhalten zu haben, wurde innerhalb eines Monats 83-mal dem „Waterboarding“, dem simulierten Ertränken, ausgesetzt. Außerdem wurde sein Kopf gegen die Wandgeschlagen, er in eine sargähnliche Kiste gesteckt. Die CIA-Folterknechte konnten Subaida keine nützlichen Informationen entlocken, aber dafür ist er auf einem Auge erblindet.

Medienberichten zufolge soll Haspel unter Präsident George W. Bush kein kleines Rädchen innerhalb der CIA gewesen sein, sondern eine Schlüsselfigur im „Extraordinary Rendition Program“. Im Zuge dieses Programms der „außerordentlichen Auslieferungen“ wurden Terrorverdächtige entführt und ohne juristische Grundlage in einen anderen Staat überführt, wo die CIA ein Foltergefängnis unterhielt.

An Haspels Bestellung zur CIA-Chefin gibt es auch Kritik innerhalb von Trumps Republikanern. So schreibt der einflussreiche Senator John McCain auf Twitter: „Die Folter von Gefangenen in US-Gewahrsam während des letztes Jahrzehnts war eines der dunkelsten Kapitel in der amerikanischen Geschichte. Der Senat muss seine Arbeit erledigen und Vergangenheit und Beteiligung von Gina Haspel in diesem skandalösen Programm untersuchen.“ McCain weiß, wovon er spricht, schließlich wurde er in nordvietnamesischer Kriegsgefangenschaft jahrelang gefoltert.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Central Intelligence Agency; Lizenz: Public Domain]