Im ORF-Sommergespräch hatte Kurz aufhorchen lassen, der Bauunternehmer Haselsteiner würde nicht nur die NEOS finanziell unterstützen, sondern auch die SPÖ. 100.000 Euro soll es ihm wert gewesen sein, sich das Wohlwollen des Noch-Bundeskanzler Christian Kern und der SPÖ zu sichern. Haselsteiner dementierte umgehend. Er unterstütze die Neos. Er habe lediglich eine kleine Spende von 1.500 Euro für die linke Anti-FPÖ-Plattform gegeben.

Noch pikanter ist die von Kurz geäußerte Vermutung, Haselsteiners „Unterstützungen“ könnten zur Verschleierung über Briefkastenfirmen oder Vereine erfolgen. Damit unterstellt er nämlich der SPÖ, illegal die Transparenzvorschriften zu umgehen.

Natürlich streitet die SPÖ die Haselsteiner-Spende ab und verlangt Widerruf und Richtigstellung.

Man merkt, es geht schon langsam ums Eingemachte. Und Kurz setzt alles daran, Kanzler zu werden. Die Frage ist, nachdem er so gut über die Möglichkeiten zur Umgehung des Transparenzgesetzes Bescheid weiß, aus welchen, nicht offiziell aufscheinenden Quellen er und seine Liste diesen Kampf um die Macht finanzieren.

 

[Text: W. T.; Bild: Harald Bischoff/wikimedia.org]