Gegen das US-Verteidigungsministerium werden erneut schwere Vorwürfe von Geldverschwendung in Afghanistan erhoben. Nachdem vor wenigen Wochen John Sopko, seines Zeichens Generalinspektor für den Wiederaufbau in Afghanistan (SIGAR) bekannt gemacht hat, was die Errichtung einer einzigen Gastankstelle die US-Steuerzahler gekostet hat, legte er nun nach. In einem Brief an Verteidigungsminister Ashton Carter kritisiert er, dass für eine „Handvoll“ Angestellte knapp 150 Millionen Dollar für Villen, Verpflegung und Sicherheitspersonal ausgegeben wurde.

Genehmigt worden war das Geld von der Task Force for Business and Tability Operations (TFBSO), einer kleinen Abteilung im Pentagon, die für die Stabilisierung der Volkswirtschaften in Afghanistan und in Irak zuständig ist. Und die Mitarbeiter von TFBSO dürften es sich in Afghanistan wahrlich gutgehen lassen haben. „Die vorläufige Überprüfung von SIGAR lässt darauf schließen, dass die TFBSO-Führung speziell eingerichtete ‚Villen‘ privat mietete.“ Auch ist in dem Brief von teuren Lebensmitteln und überhöhten Sicherheitsausgaben die Rede, was Sopko zu der Feststellung veranlasst, dass „unklar ist, welchen Nutzen die USA erhielten“.

Hätten die Leute von TFBSO auf einem Militärstützpunkt gewohnt, hätten sich Sopko zufolge ein Betrag im mittleren zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich einsparen lassen. Die Ausgaben von fast 150 Millionen Dollar fielen zwischen 2010 und 2014 an und machten fast ein Fünftel des TFBSO-Budgets aus. Weiters heißt es in dem Schreiben an Verteidigungsminister Carter, dass „nicht mehr als fünf bis zehn“ Angestellte in den offenkundig luxuriösen Unterkünften untergebracht waren. Die Unterbringung einer zehnköpfigen Mannschaft in der US-Botschaft in Kabul hätte hingegen nur 1,8 Millionen Dollar gekostet.

 

 

Text: B. T.
Bild: Sreenshot sigar.mil