Eine bemerkenswerte Initiative fand in Jaroslawl statt. Am Tag der unschuldigen Kinder, an welchem dem Kindermord von Bethlehem gedacht wird, wurden in der zentralrussischen Stadt keine Abtreibungen durchgeführt. Die Initiative wurde von der lokalen Erzdiözese und den regionalen Gesundheitsbehörden durchgeführt. „An diesem Tag ist es den öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in der Region Jaroslawl untersagt, Abtreibungen durchzuführen. Bestimmte Veranstaltungen sind zur Bekämpfung des Mordes von Babies im Mutterleib und zum Schutz des unbezahlbaren Wertes der Mutterschaft geplant“, heißt es in einer Presseaussendung der Erzdiözese.

Zudem forderten die Organisatoren der Initiative auch private Einrichtungen auf, an diesem Tag keine Abtreibungen durchzuführen. Tatsächlich ist der systematische Mord ungeborener Kinder in Russland ein großes Problem. Nach Angaben der stellvertretenden Ministerpräsidentin Olga Golodez kommen jährlich auf 1,9 Millionen neugeborene Kinder 700.000 Abtreibungen. Zwischen 1989 und 2007 ist die Bevölkerungszahl Russlands von 147 Millionen Einwohnern auf 142 Millionen gesunken.

Noch schrecklichere Zahlen nennt die Leiterin der Lebens-Bewegung, Natalja Moskwitina. Ihr zufolge werden in Russland sogar 70 Prozent aller Schwangerschaften abgetrieben. „Siebzig Prozent aller Schwangerschaften enden mit einer Abtreibung. Drei Viertel aller Hochzeiten enden während der ersten vier Jahre des Zusammenlebens mit einer Scheidung. Alle drei Sekunden wird ein Baby in einer Abtreibungsklinik getötet“, zitierte im Herbst die Nachrichtenagentur Interfax die Lebensschützerin. Außerdem spricht Moskwitina von einem „Abtreibungsgeschäft“, und jene, die sich daran beteiligen, sagten den Leuten, es handle sich dabei um ein „Prinzip der Freiheit“. Einer Umfrage zufolge sind 72 Prozent der Russen gegen ein gesetzliches Abtreibungsverbot, und nur 21 Prozent befürworten ein solches.

 

[Text: B. T.; Bild: Drpoulette aus Mexico City, Mexico/wikimedia.org]