Wer etwa in der noblen „Inneren Stadt“ in Wien zu residieren gedenkt, wird sich wohl auf Miete verständigen müssen – sofern er nicht geerbt haben oder hochbezahlt sein sollte. Die Eigentumspreise für Immobilien sind nämlich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres erneut moderat angestiegen. Zwar unter der Inflationsrate, dennoch kostet der Quadratmeter im 1. Bezirk durchschnittlich 9.606 Euro, eine Wohnung durchschnittlich 1.097.834 Euro.

Aber auch die angrenzenden Bezirke lassen sich nicht lumpen: Für Eigentum in „Grätzln“ mit besonderem Flair, wie etwa dem „Servitenviertel“ am Alsergrund oder dem „Botschaftsviertel“ im dritten Bezirk, werden zum Teil ähnlich hohe Summen über den Verhandlungstisch geschoben.

Doch nicht nur in bürgerlichen Bezirken ziehen die Preise an. Auch in den klassischen Arbeiterbezirken wie Simmering oder Favoriten sind die Preise im letzten Jahrzehnt mindestens um ein Vielfaches angestiegen.

Die Zeiten, in denen sich der Durchschnittsverdiener ein „Eigenheim“ leisten konnte, sind also im Grunde vorbei. Vielmehr steigen die Preise überdurchschnittlich zu den Einkommen an, was nicht zuletzt eine Folge des stetigen Bevölkerungswachstums aufgrund der Einwanderung ist.

Ein eindrucksvolles Beispiel für die Vermögenssteigerung durch Immobilienbesitz bietet etwa die die Vermögensentwicklung des 2015 verstorbenen Milliardärs Karl Wlaschek: 1996 verkaufte er „Billa“ für kolportierte 1,1 Milliarden Euro und investierte sein Vermögen in „Realitäten“ – vorzugsweise in der Wiener Innenstadt. Nun verfügt die Karl Wlaschek Privatstiftung nach einhelligen Schätzungen über ein Vermögen von über fünf Milliarden Euro. Sicher, auch schlagen sich die sukzessiven Mieteinnahmen dieser 20 Jahre zu Buche. Dennoch ein beachtlicher Beweis für den rasanten Wertanstieg von Liegenschaften.

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Txllxt TxllxT; Lizenz: CC BY-SA 4.0]