Voriges Jahr sprachen sich bei einer Umfrage in Lettland mehr als zwei Drittel der Befragten dafür aus, das Tragen einer Burka zu verbieten. Dagegen liefen die Vertreter islamischer Vereine Sturm und verorteten hinter dem Ergebnis der Umfrage „islamophobe Propaganda“. „Wenn es einer Frau in Lettland erlaubt ist, die meisten ihrer Körperteile in der Öffentlichkeit zu entblößen, warum sollte man dann diskutieren, ob es ihr erlaubt ist, sie zu verbergen?“, erklärte Ilja Petrovs, der Leiter des Islamischen Kulturzentrums. Rund 6.000 der zwei Millionen Einwohner des baltischen Staates sind Moslems.

Wie der lettische Justizminister Dzintar Rasnacs nun bekanntgab, soll das Verbot tatsächlich kommen. „Dieses Verbot wird eingeführt werden“, erklärte Rasnacs einem lokalen Fernsehsender. Ursprünglich wurden zwei Vorschläge ausgearbeitet. Der erste sah vor, das Tragen einer Burka an bestimmten Orten, wie etwa privaten oder staatlichen Bildungseinrichtungen zu verbieten, der zweite Entwurf beinhaltete das Verbot des Tragens an allen öffentlichen Plätzen. Dieser wurde schließlich genehmigt. „Das Verbot muss nur noch von der lettischen Regierung genehmigt werden“, sagte Rasnacs. "Dieses Verbot ist erforderlich, nicht nur um die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten, sondern um die kulturellen Werte Lettlands und unsere gemeinsamen öffentlichen und kulturellen Räume und jeden einzelnen zu schützen", sagte der Politiker.

 

[Text: M. H.; Bild: Marcello Casal Jr/ABr./wikimedia.org]