Während die Politik immer wieder betont, dass es sich bei den meisten der sogenannten Flüchtlinge um wirkliche Kriegsflüchtlinge handelt, die aus Furcht um ihr Leben die gefährliche Reise nach Europa antreten, scheint die Realität doch anders auszusehen. Zwar werden anderslautende Berichte meist als Propaganda von Rechten abgetan, etwa wenn es darum geht, darauf hinzuweisen, dass es sich bei den meisten der „Schutzbedürftigen“ schlicht und einfach um Wirtschaftsflüchtlinge handelt, die nur aus monetären Gründen um die halbe Welt reisen. Jedoch tauchen auch in Medien immer wieder Berichte auf, die man schwerlich mit der Nazi-Keule diskreditieren kann.

So etwa kürzlich in der „Neuen Züricher Zeitung“. In dem Artikel berichtet der 26-jährige Alaa Hadrous, ein Libanese mit deutschem Pass, der in Berlin-Moabit ein Geschäft betreibt, welches unter anderem Reisen in die Golf-Staaten anbietet. „Hier gibt es zwar keine Raketen und keine Schüsse. Aber ich lebe lieber im Krieg, als so empfangen zu werden“, gibt er die Aussage eines Irakers wieder, der nicht gewillt ist, länger in Deutschland zu verweilen. „Manche hatten kaum mehr Geld. Sie nahmen die letzten Ersparnisse, um ihren Flug in die Heimat zu bezahlen. Oder sie versetzten den Familienschmuck, um so schnell wie möglich wieder aus Deutschland wegzukommen“, erzählt Alaa Hadrous und weiter: „Es sind verzweifelte Menschen, deren Träume sich in Deutschland nicht erfüllt haben. Bei vielen waren die Erwartungen falsch. Sie dachten, sie kriegen hier gleich ein Haus, Geld, eine Krankenversicherung.“

Wie viele der sogenannten Flüchtlinge tatsächlich aufgrund der schlechten Behandlung Deutschland verlassen bzw. verlassen wollen, weiß derzeit niemand so genau. Einerseits sind nicht alle registriert. Zum Anderen gibt es zwar offizielle Rückkehr-Förderprogramme, die laut einer Sprecherin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) derzeit hauptsächlich von Personen in Anspruch genommen werden, die erst in jüngerer Zeit in die BRD einreisten, hauptsächlich aus Syrien, Irak und Afghanistan. Aber diejenigen, die sich selbst eine Rückreise organisieren und aus eigener Tasche ein Flugticket bezahlen, tauchen in keiner Statistik auf.

 

 

[Text: M. H.; Bild: franzffm/wikimedia.org]