In diesem Jahr fand der Life Ball wieder statt. Gerry Keszler wollte das Augenmerk weg von den Promis und der Eventkultur hin zu Aids lenken, aber ganz ohne Sternchen und Stars ging es auch heuer nicht, so durfte natürlich das Wurst nicht fehlen, aber auch Kanzler Kern und Naomi Campell fanden sich auf dem Aids-Ball ein und richteten ihre Grußworte aus.

Im Vorfeld des Balls wurde viel darüber gesprochen, wie wichtig der Ball für Österreich und vor allem die Stadt Wien ist – quasi als Botschafter der Toleranz – in erster Linie ging es aber bei dieser Diskussion darum, zu rechtfertigen warum der Ball so viel Subventionen der Stadt bekommt. Alleine im letzten Jahr, obwohl der Ball gar nicht stattfand bekamen Keszler und sein Verein Aids Life 450.000 Euro, dank den Stimmen von SPÖ, Grüne, ÖVP und Neos. Aber auch wenn sich der Ball als Leuchtturm-Veranstaltung der Stadt Wien präsentiert, quasi als Visitenkarte für unser schönes Land, kann man den Ball nicht als solches verstehen. Hier geht es nicht darum, die gesellschaftspolitischen Wert des Balles unter die Lupe zu nehmen, sondern schon bei kleinen Details heißt es zu beginnen: Denn die Gastronomie am Ball ist alles andere als ein Aushängeschild der Republik, begonnen beim Heineken Bier, über Bacardi. Von Gästen des Balles wurde berichtet, dass trotz stolzen Preisen der Sekt – welcher dann doch aus Österreich war – leider lauwarm war und nur in Plastikbechern gereicht wurde, wie auch der Spritzer und andere Getränke…

Lustiges Detail am Rande, der Ball stand unter dem Motto „Recognize the danger“ – die Organisatoren des Balles durften sich, vor allem der islamistischen Terrorgefahr, sehr bewusst gewesen sein, waren alle Zufahrten zum Ball mit schweren Betonwällen geschützt.

 

[Text: W.-R. M.; Bild: Manfred Werner/wikimedia.org]