Die Flüchtlings-NGO dachte, es sei ein besonders kluger Schachzug, ihr seit mehreren Wochen von Malta beschlagnahmtes flaggenloses Schiff im Vatikan registrieren zu lassen. Tatsächlich verfügt das päpstliche Land über ein Schiffsregister: Am 15. September 1951 erließ die Päpstliche Kommission für den Staat der Vatikanstadt ein "Dekret über die Seeschifffahrt unter der Flagge des Vatikanstaats". Es legt fest, dass das kleine Land des Papstes ein eigenes Schiffsregister führt, um ungehindert über die Weltmeere kreuzen zu können. Eingerichtet wurde es zu humanitären Zwecken. Genutzt wurde es nie.
Als Besonderheit muss ein Schiffskaplan an Bord sein, der dem Rang nach direkt hinter dem Kapitän steht. So ein Schiff gilt rechtlich als Territorium des Vatikanstaats.
Der Geschäftsträger der päpstlichen Nuntiatur in Deutschland, Prälat Dr. Mitja Leskovar, antwortete an die Organisation in einem vorliegenden Schreiben, dass ihrer Bitte um Registrierung nicht nachgekommen werden kann, da das „Schiff keine tatsächliche Beziehung zum Vatikanstaat hat und dieser die eigene Zuständigkeit über das Schiff nicht ausüben kann; der Vatikanstaat kann zudem nicht die Immunität von Besatzung und Passagieren gewährleisten."

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Hermine Poschmann/MISSION LIFELINE; Lizenz: CC BY-SA 3.0]