Die selbsternannten Seenotretter der Organisation "Lifeline" erhalten ein neues Schiff. Das alte wurde im Juli auf Malta von den Behörden beschlagnahmt. Seither sieht es mit der Betätigung als Wassertaxi an der libyschen Grenze schlecht aus. Nun nimmt die Crew zum siebten Mal Kurs auf die afrikanischen Hoheitsgewässer - diesmal ausgerechnet unter deutscher Flagge. Man möchte bürokratische Hürden in Malta und Italien umgehen, um mehr "Flüchtlinge" an Bord zu holen, die dann nach Europa und im Speziellen nach Deutschland gebracht werden. Unter den Ausreisewilligen spricht sich das schnell herum, welchen vorzüglichen Service man zwei Kilometer vor der libyschen Küste in Anspruch nehmen kann.

Die deutsche Flagge ist die teuerste der Welt; in keinem anderen Land werden so hohe Tonnagesteuern erhoben und so hohe Ansprüche an Sicherheit und Zertifizierung gestellt, weshalb nur weniger als 200 Schiffe weltweit unter deutscher Flagge fahren. Inwieweit die peniblen Anforderungen an deutsche Sicherheits- und Hygienestandards erfüllt werden können, ist fraglich. Ebenso ist zu bezweifeln, dass die Besatzung kommerzielle nautische Patente hat sowie die sogar für den Tellerwäscher vorausgesetzten STCW 95-Zertifikate.

„Kapitän" Claus-Peter Reisch, der in Malta vor Gericht steht, führte das Schiff zuletzt als umdeklarierte Motoryacht unter offenbar nicht legal erworbener niederländischer Flagge und ohne Kapitänspatent.

[Text: A.S.; Bild: www.wikipedia.org/Hermine Poschmann /MISSION LIFELINE Lizenz: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“]