Zeige mir deine Eltern und ich sage dir deinen Bildungsstand, da dieser in Österreich vor allem „vererbt“ wird. Dieser Satz gilt bei uns in Berufung auf die internationale OECD-Bildungsstudie „Education at a Glance“. Für 2015 zeigt die Studie, dass nur 21 Prozent der 25 bis 34jährigen Österreicher einen Bildungsaufstieg schaffen, also eine bessere Ausbildung erreichen als ihre Eltern. Der OECD-Durchschnitt liegt aber bei 32 Prozent. Vor allem linke „Bildungsexperten“ und Politiker plapperten in den letzten drei Jahren das „Stichwort“ von der „vererbten Bildung“ oftmals genüsslich nach und dass die sogenannten „bildungfern Schichten“ von unserem Bildungssystem schwer benachteiligt würden. Falsch ist an dieser Aussage zweifellos, dass niemand Bildung erben kann, wie ein Haus oder Geld, sondern dass sie jedermann nur mit großen Geistesanstrengungen erwerben kann.

Diese OECD-Zahlen zweifelt nun auch eine Studie des liberalen Thinktanks Agenda Austria an. Mit dem Titel „Österreich, Land der Bildungsaufsteiger“ analysiert der Studien-autor Wolfgang Feller die Erhebungsmethoden der OECD und kommt bei einem Pressegespräch am 30. März 2016 zu dem Schluss, dass deren Berechnungen dem vielfältigen österreichischen Bildungssystem nicht gerecht werden. Die OECD teilt die Abschlüsse nämlich nur in drei Stufen ein: maximal Pflichtschule, Hochschulabschluss und alles dazwischen. So würden viele tatsächliche Bildungsaufstiege nicht aufscheinen, die im österreichischen System aber welche sind: Hat die Mutter eine Handelsschule besucht und die Tochter macht Matura, ist das laut OECD keine Zugewinn. Hat der Vater eine Lehre absolviert und der Sohn eine HTL, zählt das auch nicht. Genauso sieht es aus, wenn der Vater eine PÄDAK besuchte und die Tochter die Universität. Der Studienautor Feller hat die Bildungsabschlüsse daher in 5 Stufen unterteilt: Pflichtschule, Lehre und berufsbildende mittlere Schule, Matura, Akademie und Hochschule.

 

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