Die „#MeToo“-Hysterie ist nicht zufällig von Hollywood ausgegangen. Das millionenschwere Eldorado der mehr oder weniger großen Schauspielkunst war prädestiniert für die angeblichen Enthüllungen und die gleichzeitige Präsentation von unzähligen angeblichen Opfern. Dass so manche Karriere erst im Bett eines reichen Filmproduzenten gestartet wurde, aber dass die betroffenen Damen nicht von Anfang an genau wussten, worauf sie sich einlassen würden, darf stark bezweifelt werden. Man kann sogar annehmen, dass so manche ganz gezielt mit ihren körperlichen Vorzügen ihre Karriere „angestoßen“ haben.
Das Prinzip ist so alt wie die Menschheit selbst und ist sicher nicht erst in Hollywood erfunden worden. Und ja, damit so ein System funktioniert, braucht es zwei Seiten. Die einfache linksfeministische Argumentation, die bösen Männer – natürlich sind es prinzipiell weiße Männer – würden einfach ihre Macht missbrauchen, greift zu kurz. Die Männer können sich nämlich oft genug darauf verlassen, dass sie gezielt mit derartigen Angeboten überhäuft werden. Ganz anders ist es hingegen bei den tatsächlichen sexuellen Missbrauchsfällen, die wir von Afrika und dem arabischen Raum bis nach Europa miterleben müssen. Die heuchlerische „#MeToo“-Kampagne klammert die um ein Vielfaches schlimmeren echten Verbrechen, von Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen bis hin zu Ehrenmorden und Versklavungen, völlig aus.
Es ist eigentlich ein grotesker Witz, dass gerade zu jener Zeit, in der diese Dinge erstmals öffentlich breiter diskutiert werden, die verwöhnten Damen aus L.A. ihre zwanzig Jahre alten Geschichten aufwärmen. Wären diese Vorfälle so dramatisch gewesen, wie sie jetzt dargestellt werden, hätten sie schon lange vor Gericht gehört und es ist unglaubwürdig genug, dass erfolgreiche Diven aus der Unterhaltungsbranche sich nicht getraut hätten, ihre Anwälte einzuschalten. Vielmehr spielen hier mehrere Faktoren zusammen.
Der Umgang mit Frauen durch so manchen Afrikaner oder Abkömmling aus dem moslemischen Kulturbereich ist etwas, was die Multikulturalisten nicht wahrhaben möchten und daher am liebsten den Mantel des Schweigens darüber breiten wollen. Da ist es schon besser, wenn weiße Männer pauschal zu Tätern und alle Frauen pauschal zu Opfern stilisiert werden. Die opportunistischen Schauspielerinnen aus Hollywood finden in den weltweiten Mainstream-Medien daher natürlich schnell Gehör und für sie persönlich ergeben sich allein durch das mediale Interesse Vorteile für die eigene Karriere. So wird das linke Weltbild wieder zurechtgerückt, indem man von den echten Problemen ablenkt.
Der Linksextremismus in Form der politischen Korrektheit braucht als Feindbild den weißen Mann. Er ist dadurch nicht nur per se rassistisch, weil er die Schuld immer nur einseitig nach rassischen Motiven vergibt. Er ist dadurch auch nicht kompromissbereit, weil dadurch sein ganzes Weltbild ins Wanken kommen würde. Der deutsche Journalist und Schriftsteller Michael Klonovsky gibt jedoch zu bedenken: „Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.“ Es ist also sicherlich auch noch purer Neid, der bei all den ständigen Schuldzuweisungen in Richtung der „weißen Männer“ mitwirkt. Jener Neid, der von Anfang an in allen sozialistischen und kommunistischen Vorstellungen vorhanden war.
Der angeprangerte Hollywood-Produzent Weinstein mag vielleicht kein freundlicher Zeitgenosse sein, aber Schwerverbrecher wird er wohl auch nicht sein. Die mittlerweile selbst mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierte Schauspielerin und Vorkämpferin der „#MeToo“-Aktivisten, Asia Argento, ist aber sicherlich auch kein moralischer Leuchtturm. Genauso wie ja auch der Lebenswandel vieler Vertreterinnen der Showbranche sie nicht unbedingt als besonders prüde ausweist.
Betrachtet man etwa die Garderobe diverser Jetset-Damen bei den heurigen „MTV Video Music Awards“, dann hätte man meinen können, man befände sich auf einer Erotik-Messe. Die Schlagzeile der Krone – „So nackt waren die MTV Video Music Awards“ – sagt alles. Von nackten Brüsten bis zum Domina-Outfit war alles zu finden. Dass dann aus diesen Kreisen das lauteste Geschrei wegen angeblichersexueller Belästigung kommt,ist ein wenig befremdlich. Ein Leser der „Süddeutschen Zeitung“ bemerkte zu derartigem Auftreten treffend, dass im Gegensatz zu den geschilderten Veranstaltungen bei echten „Porno Awards“ die Damen meist wenigstens schöne Abendkleider anhaben.

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[Text: H.W.; Bild: ZZ-Archiv]