2017 verzeichnete Italien 119.369 illegale Einwanderer, die übers Mittelmeer kamen. Für die linken NGOs Amnesty International und Oxfam ist das anscheinend nicht genug. Denn beide werfen Italien und der EU vor, „Mitschuld“ an den Bedingungen zu haben, welchen illegale, überwiegend aus Schwarzafrika stammende Einwanderer in Libyen ausgesetzt sind. Konkret kritisieren die beiden Sprachrohre der internationalen Asyllobby ein Abkommen zwischen Rom und Tripolis zur Unterstützung der libyschen Küstenwache.

Im moraltriefenden Ton der Political Correctness ist von „fragwürdigen Deals“ die Rede, und Illegalen seien, so Amnesty International, willkürlicher Haft, Erpressung und „unvorstellbaren Zuständen in Gefangenenlagern“ ausgesetzt. Tatsächlich sind die libyschen Lager kein Zuckerschlecken. Aber die Schwarzafrikaner, die illegal nach Europa reisen wollen, haben sich aus freien Stücken der in Libyen lauernden Gefahren ausgesetzt. Jene hunderttausende Schwarzafrikaner, die in dem nordafrikanischen Land festsitzen, sind also selbst schuld an ihrer misslichen Lage.

Amnesty und Oxfam stört vor allem die Zusammenarbeit Italiens mit der libyschen Küstenwache. Denn je mehr illegale Einwanderer vor der libyschen Küste an der Überfahrt nach Europa gehindert werden, desto schlechter ist das für die europäische Asylindustrie. So forderte Oxfam Italien auf, die Vereinbarung mit Rom zu kündigen. Italien unterstützt die Küstenwache des Bürgerkriegslandes unter anderem mit Trainings und Ausrüstung. Und Amnesty International stößt sich daran, dass deswegen 20.000 Personen an der illegalen Einwanderung nach Europa gehindert wurden.

[Text: B. T.; Bild: Wikipedia/Irish Defense Forces; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic]