Das noble Palais Epstein an der Wiener Ringstraße gehört zum Parlament. Ob eine am Dienstagabend vom SPÖ-Parlamentsklub abgehaltene „Festveranstaltung“ der Würde des Hauses gerecht wurde, muss bezweifelt werden. Denn der als Festredner eingeladene linke Staatskünstler Peter Turrini erging sich in einer regelrechten Beschimpfungsorgie gegenüber der türkis-blauen Bundesregierung. Allein der Titel von Turrinis Rede – „Nachrichten aus Österreich oder ‚Was uns bedroht, sind nicht die Ozonlöcher, sondern die Arschlöcher‘“ gibt einen tiefen Einblick in das Seelenleben des Autors.

Turrini stört vor allem, dass die türkis-blaue Bundesregierung keine Willkommenskultur betreibt: „Beinahe täglich sind von der Regierung Vorschläge zu hören, was man den Flüchtlingen noch alles wegnehmen und welche Unterstützungen man immer weiter kürzen könnte.“ Zudem sprach er von einem „Staatsstreich in Zeitlupe gegen die Zivilgesellschaft“. „Zivilgesellschaft“ ist ein Sammelbegriff für politisch korrekte Organisationen, die vorgeben, für die Mehrheit zu sprechen und die im Gegensatz zu gewählten Volksvertretern von niemandem demokratisch legitimiert wurden.

Dass Turrini die Frage stellte, „hat das Arschlochtum einen Siegeszug durch die österreichischen Lande angetreten?“, rundet das Bild ab. Turrinis Ausfälle gegen die Bundesregierung zeigt das fragwürdige Demokratieverständnis der linken Staatskünstler: Sie sind nur dann bereit, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren, wenn sie dem eigenen Weltbild entsprechen.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Wolfgang Sauber; Lizenz: CC BY-SA 3.0 ]