Der Parteiaustritt des Vizeparteichefs und Chefideologen des Front National, Florian Philippot, sorgt für Turbulenzen bei den französischen Patrioten. Gleichzeit bietet der Austritt Philippots, der innerhalb des Front National seine eigene Gruppe „Les Patriotes“ („die Patrioten“) gegründet hatte, auch die Chancen für wichtige Weichenstellungen, um in Zukunft erfolgreicher zu werden als bisher. Denn Philippot galt aus Linksausleger innerhalb des Front National, und parteiintern gab es scharfe Kritik an seinem scharfen Anti-EU- und Anti-Euro-Kurs, der Parteichefin Marine Le Pen bei der Präsidentenwahl und dem Front National bei der Parlamentswahl im Frühjahr zahlreiche Stimmen gekostet haben dürfte.

Für viele „Urgesteine“ des Front National wie dem EU-Abgeordneten Bruno Gollnisch oder dem mittlerweile ausgeschlossenen Parteigründer Jean-Marie Le Pen galt Philippot, als „böser Geist“. Mit dem Rückzug von Philippot, der überdies Teil der Homosexuellen-Lobby ist, könnte vielleicht Parteichefin Marine Le Pen einen anderen Kurs einschlagen, der sich wieder an den Kernthemen des FN, allen voran der Bewahrung der durch Masseneinwanderung und Islamisierung bedrohten Identität Frankreichs orientiert.

Darüber hinaus bietet der Abgang Philippots die Chance, dass Marion Marechal-Le Pen, die Nichte von Marine Le Pen, die ein besonderes Naheverhältnis zu ihrem Großvater Jean-Marie Le Pen hat, schneller als erwartet auf die politische Bühne zurückkehrt. Und vielleicht könnte es sogar zu einem ehrenvollen Wiedereintritt des Parteigründers in den Front National kommen.

 

[Text: A. M.; Bild: Gauthier Bouchet/wikimedia.org]