Grüne, die gegen Verbote wettern, sind schon fast eine aussterbende Art. Als aber nun der deutsche Innenminister Maas (SPD) das linksextreme Internetportal linksunten.indymedia.org verbieten ließ, gingen dien Jungen Grüne in Berlin mit 450 Linksextremisten auf die Straße. Dabei war nicht wichtig, dass auf dem Portal der Bau von Molotow-Cocktails oder die gezielte Tötung von Polizisten diskutiert oder zu Anschlägen aufgerufen wurde.
Wichtig war vielmehr, das Verbot „aufs Schärfste“ zu verurteilen. „Aus wahltaktischem Kalkül eine der wichtigsten Informationsquellen gegen rechte Gewalt zu kriminalisieren, ist schlicht verantwortungslos und spielt den rechten Antidemokraten in die Hände“, wie die Bundessprecherin der Jungen Grünen Jamila Schäfer ihre naive Sicht der Dinge kundtat. „Solidarität mit dem antifaschistischen Infoportal“ forderten neben den Grünen auch die Jusos, die damit wohl gegen die Parteilinie agitieren.
Eine andere Form der „antifaschistischen Betätigung“ wählt man in Österreich derzeit am Ballhausplatz. „Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen“, tönte es in bester sozialistischer Manier – wie bekannt, entstand aus diesem Sager der „antifaschistische Schutzwall“ – als es darum ging, die Grenzen vor dem Westen zu schützen. Stattdessen gab man sich weltoffen und wünschte sich noch mehr Zuwanderung.
Inzwischen scheint ob des eigenen politischen Versagens „Bunker-Mentalität“ in Kanzleramt und Präsidialkanzlei eingekehrt zu sein. Mithilfe einer 50 Meter langen und 80 Zentimeter hohen Mauer will man sich nun vor Anschlägen der „Geister, die man rief“ schützen, während die Kärntnerstraße oder andere von „Otto Normalverbraucher“ frequentierte Orte schutzlos bleiben, denn: Eine Gefahr besteht ja nicht.
Ob es bereits Ausschreibungen für Wachpersonal an der Regierungsmauer gibt, oder weitere Mauern – auch die Löwelstraße ist ungeschützt– geplant sind, ist bis dato unbekannt.

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