Der Bundesparteitag der Linken in Leipzig hat nichts entschieden. Diejenigen, die rechnen können, wissen, dass die Partei ohne Sahra Wagenknecht möglicherweise bei Neuwahlen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Selbst ihre Gegner räumen ein, dass sie bei einem Abgang drei bis vier Prozent des Stimmenanteils mitnehmen würde. Auch etwa die Hälfte der Bundestagsfraktion würde vermutlich „gehen“.
So standen auf dem Bundesparteitag nicht etwa die Anhänger der antideutschen Feministin Katja Kipping und der realistischen Nationalbolschewistin Sahra Wagenknecht gegenüber, sondern eben auch internationalistische Apparatschicks, die um Macht und Stimmen fürchten, wenn Frau Wagenknecht sich eine andere politische Heimat suchen würde.
Es gibt eine Kluft zwischen der Funktionärskaste, die ihre Delegierten zum Bundesparteitag schickte, den „normalen“ Mitgliedern und schließlich den Wählern der Linken, von denen sich schon ein erheblicher Anteil Richtung Alternative für Deutschland (AfD) davon gemacht hat.
Die überwiegende Anzahl der Redner sprach sich dafür aus, die Grenzen zu öffnen oder gleich ganz abzuschaffen und möglichst viele „Flüchtlinge“ nach Deutschland einzuladen. Gregor Gysi – Mentor der Internationalisten: „Die Frage des Internationalismus ist die Kernfrage der linken Bewegung. Wir müssen den ärmeren Bevölkerungsschichten in Deutschland deutlich machen, dass sich ihre Lage nicht dadurch verbessern wird, indem man sie gegen noch ärmere Menschen aus anderen Ländern ausspielt.“...

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[Text: A.S.; Bild: wikipedie.org/Sven Teschke Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany]