Karsten Nordal Hauken, Politiker der Sozialistischen Linkspartei Norwegens, scheint die für die Linke so typische Täter-Opfer-Umkehr zutiefst verinnerlicht zu haben. Weil jener somalische Asylant, der ihn brutal vergewaltigt hatte, nach Verbüßung seiner Haftstrafe in seine Heimat abgeschoben wird, fühlt er sich nun „schuldig“, wie Hauken in einem Brief an den norwegischen Fernsehsender NRK scheibt.

„Ich bin ein heterosexueller Mann, der von einem somalischen Asylwerber vergewaltigt wurde. Mein Leben fiel in Trümmer, aber nun fühle ich mich schuldig, weil er außer Landes gebracht wird“, schreibt Hauken. Ein halbes Jahr nach der Vergewaltigung wurde der Somalier wegen einer anderen Straftat festgenommen und im anschließenden Prozess zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Nun, da der Asylant seine Strafe fast zur Gänze verbüßt hat, wurde der Linkspolitiker über die bevorstehende Abschiebung des Somaliers in seine Heimat informiert.

Als er diese Nachricht erhalten hatte, spürte Hauken, wie er schreibt, anfänglich zwar Freude, jedoch tauchten auch Schuldgefühle auf: „Ich war der Grund, warum er nicht in Norwegen bleiben, sondern vielmehr eine sehr unsichere Zukunft in Somalia haben soll. Er hat seine Strafe im Gefängnis fast abgesessen. Soll er nun nochmals bestraft werden? Und dieses Mal viel härter?“ In dieses gutmenschliche Gewäsch passt auch die Behauptung, der somalische Vergewaltiger sei „das Produkt einer ungerechten Welt“. Oder anders formuliert: Alles andere, aber nur nicht der Täter selbst ist für sein Verbrechen verantwortlich.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot nrk.no]