Dass unseren Politikern hinsichtlich notwendiger Reformen oftmals an Kreativität und Ideenreichtum mangelt, ist wohl unumstritten. Umso erfreulicher, wenn dann ein junggebliebener Altpolitiker zeigt, wie’s wirklich geht. Zwar nicht inhaltlich sondern nur formell – aber immerhin: Peter Pilz verleiht seiner Partei nämlich einen neuen Namen: „Jetzt“.

Schluss also mit verstaubten Parteienkürzeln, von denen höchstens noch Karl Lueger oder Victor Adler wissen, wofür sie eigentlich stehen! Endlich ein innovativer Name, der nicht nur mitreißt, sondern den unbedarften Wähler auch klar und deutlich von der Programmatik der neuen Liste in Kenntnis setzt. „Jetzt“: Einerseits der akute Zeitbezug, der sich thematisch auf alle gegenwärtigen politischen Belange erstreckt, anderseits der latente Anklang eines problembezogenen Reformwillens unter Einbeziehung aller erwägbaren Möglichkeiten. Klarer und überzeugender hat wohl noch kein Politiker bislang Stellung bezogen.

Hier weiß man sofort, woran man ist. Das ist auch insofern praktisch, als es das zeitaufwendige Studium jenes 1-seitigen Wertekanons ersetzt, der sich auf der „Homepage“ der neuen Bewegung findet. Einzig die Frage, ob sich die Partei in ferner Zukunft eher auf finanzpolitische oder aber den Qualifikationen des Gründers entsprechend auf geschlechterspezifische und frauenpolitische Themen stürzen wird, blieb bislang unbeantwortet.

Dafür erfuhr man umso mehr über das derzeitige Betätigungsfeld: „Jetzt können wir der Rechtsregierung noch stärker als bisher Paroli bieten.“ Die böse „Rechtsregierung“ zittert schon jetzt!

„Jetzt“. Ein Meilenstein deutscher Ideengeschichte. Der Wähler wird begeistert sein – sofern er jemals von der Existenz der Partei Kenntnis nehmen sollte.

[Text: A.L.; Bild:  Wikipedia/Wolfgang H. Wögerer, Wien; Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported]